Endgültige Absage: Ardo nimmt staatliches Hilfsangebot nicht an

Wirtschaft

Die belgische Ardo-Gruppe lehnt den Weiterbetrieb seiner Tiefkühl-Produktion für Marken wie Iglo in Groß-Enzersdorf (Niederösterreich) auf Basis eines Hilfs- und Subventionspakets von Bundes- und Landesregierung ab. Man glaube nicht, dass durch direkte oder indirekte öffentliche Unterstützung ein strukturell unprofitabler Betrieb in eine nachhaltige Langzeitlösung umgewandelt werden könne, heißt es im Antwortbrief von Ardo an die Bundesregierung.

Man müsste 112 Mio. Euro investieren

Weiters verwies Ardo auf „legale und finanzielle Risiken“, die eine solche Herangehensweise mit sich bringen würde. Das widerspreche den Geschäftsprinzipien von Ardo. Den möglichen Verkauf der Anlage sehe man nicht als realistische Option, man werde vielmehr den von den Ardo-Verantwortlichen begrüßten Kurs der Schließung vorantreiben. Dabei habe die Erstellung eines fairen Sozialplans oberste Priorität. Um den aktuellen Betrieb fortführen zu können, müsste man 112 Millionen Euro investieren, würde man sich auf Spinat fokussieren, bedeutete das ein Investment von 66 Millionen Euro. Beide Szenarien seien für Ardo finanziell nicht darstellbar.

Seit 2023 jährlich 5 Mio. Euro verloren

Ardo anerkannte in dem Schreiben zwar die Bemühungen von Bundes- und Landesregierung, die Hilfe angeboten hatten. Ardo wies aber auch darauf hin, dass der Betrieb in Groß-Enzersdorf seit 2023 jährlich im Schnitt Verluste in Höhe von fünf Millionen Euro verursacht habe – dabei habe man seit der Übernahme des Werks 2008 an die 50 Millionen Euro in Groß-Enzersdorf investiert. Das Werk in Niederösterreich sei jedoch deutlich „weniger wettbewerbsfähig“ als vergleichbare Produktionsstätten in Europa. „Energiepreise, Arbeitskosten und Rohstoffkosten sind in Österreich substanziell höher als in vielen anderen Teilen Europas“, so Ardo.

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Über Erhalt der Gemüseherstellung wird intensiv gesprochen

Nach der angekündigten Schließung für das Werk des Iglo-Zulieferers Ardo in Groß-Enzersdorf laufen aktuell intensive Gespräche für den Erhalt der heimischen Herstellung. In Medienberichten hieß es zuletzt, der Gemüseverarbeiter efko mit Sitz in Eferding in Oberösterreich könnte mit dem Familienbetrieb Schneider’s Gemüseland und der Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG) eine neue Produktion in Österreich aufbauen. efko stellte am Sonntag in einer Aussendung fest: „Ob und in welcher Form efko an einer möglichen Lösung für die Tiefkühlverarbeitung mitwirkt, ist derzeit offen.“ Es gehe darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Gemüse und Obst auch in Zukunft in Österreich angebaut, verarbeitet und gekauft werden, so efko-Geschäftsführer Thomas Krahofer.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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