
Für den denkwürdigen und historischen Triumph, den Jakob Schubert am Samstag feiern durfte, gibt es keine Trophäe. Er bekommt dafür auch kein Preisgeld, geschweige hat es positiven Auswirkungen auf die Olympia-Qualifikation.
Aber darum ist es Jakob Schubert auch nie gegangen, als er seinerzeit das Projekt DNA in Angriff genommen hat, um als erster Kletterer der Welt zwei Routen mit dem Schwierigkeitsgrad 9c zu meistern. Der sechsfache Weltmeister wollte neue Limits setzen und Klettergeschichte schreiben.
Gesagt, getan, geklettert.
100.000 Zuschauer
Im neunten Versuch gelang Jakob Schubert am Samstag endlich der Durchstieg der gefinkelten DNA-Route in der Verdonschlucht (Frankreich). Auf YouTube wurden 100.000 Kletterfans live Augenzeugen dieser Pionierleistung des 35-jährigen Innsbruckers, die innerhalb der Kletterszene einen höheren Stellenwert hat als ein Olympiasieg.
„Es ist schwer zu vergleichen. Ich bin auch stolz auf meine WM-Titel und meine Olympiamedaillen. Aber der Durchstieg der DNA bedeutet mir extrem viel. Das ist ganz oben einzuordnen“, erklärt Jakob Schubert.
Der Tiroler hat sich die Steilwand in den vergangenen Wochen richtiggehend zurechtgelegt gelegt und die DNA-Route erobert. Tritt für Tritt, Griff für Griff. Um einige knifflige Passagen meistern zu können, musste Schubert sogar neue Klettertechniken einstudieren.
Lerneffekt
„Ich habe am Anfang kein Licht gesehen und musste extrem viel dazulernen, weil diese Route Sachen fordert, in denen ich nicht gut war. Es hat so viele Finessen gegeben, das hat mich zu Beginn fast überfordert.“
Bei seinen ersten Versuchen war Schubert noch oft an der Schlüsselstelle im ersten Teil der Wand gescheitert, als der Innsbrucker diese Passage dann endlich im Griff hat, war es sich sicher, dass ihm der Gipfelsturm gelingen würde.
„Ich bin sehr stolz, dass ich der erste Kletterer bin, der zwei Routen geschafft hat. Und ich bin stolz, dass mir dabei so viele Leute zugeschaut haben.“
Und das ist viel mehr wert als eine Trophäe oder Preisgeld.
Source:: Kurier.at – Sport



