ORF-Haushaltsabgabe abschaffen? Babler sieht „nervöse Schnellschüsse“ der ÖVP

Kultur

Wenn es um die Zukunft des ORF geht, gehen bei vielen die Emotionen hoch. Dabei wäre eine kühle Debatte angebracht, hat sich doch die Medienlandschaft radikal verändert – und sie wird das dank KI weiter tun.

Medienminister Andreas Babler (SPÖ) will am Donnerstag (10. 9. 2026) und Freitag bei einem „Zukunftsforum“ nun herausarbeiten (lassen), wie es mit dem Öffentlich-Rechtlichen weitergehen soll. Fragen dazu gibt es genügend. Im Vorfeld schlugen der ORF selbst, die Parteien, die Medien und andere inhaltliche Pflöcke ein.

Der Kontext ist aufgeregt.

KURIER: Die letzte große Enquete zum ORF unter Schwarz-Blau hatte 2018 das Ziel, dass man diesen verkleinern und finanziell schwächen wollte. Was ist denn nun Ihre Agenda – vor allem angesichts der politischen Entwicklung, nach der eher nicht ausgeschlossen ist, dass eine nächste Regierung diese Pläne wieder aus der Schublade holen könnte?

Andreas Babler: Eine große Frage. Zukunftsfit ist so ein Wort, das nicht viel aussagt, auch wenn es gut klingt. Aber der ORF muss nachhaltiger werden, er muss die besondere Stellung des öffentlich-rechtlichen Senders, eines „ORF für alle“ abbilden. Er braucht eine Vertrauensgrundlage in der Bevölkerung. Er muss regionaler und nachhaltiger werden. Und er muss ein resilienter Partner am Medienstandort auch für Privatmedien sein können.

Was heißt das für ihn und für diesen politischen Prozess?

Mehr Bürgerbeteiligung, vielfältige Fachexpertise, verstärkte Unabhängigkeit der Gremien und Stärkung des Publikumsrats.

Aber wollen Sie den ORF gegen künftige Entwicklungen absichern? Etwa dessen Finanzierung in die Verfassung schreiben?

Das ist eines der Themen, die im Zukunftsforum anstehen können. Und ich erwarte, dass die Diskussion kommt. Und wenn das so ist, werden wir es behandeln, genauso wie andere Themen.

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Wer kann denn beim Forum überhaupt noch irgendetwas Überraschendes sagen? Die Positionen sind doch längst alle bekannt, man weiß auch, wie sehr es bei den privaten Medien brennt. Brauchen Sie als Medienminister da wirklich noch Input?

Ja, unbedingt. Wir haben das schon in den Vorarbeiten gesehen, etwa in einer Online-Befragung mit 400 Teilnehmern mit Fachexpertise. Es gibt eine finanzielle Diskussion über den ORF. Aber auch andere Debatten, die öffentlich stark relevant sind: Die Gremien, die Gehälter, die Unternehmenskultur, Machtmissbrauch und vieles anderes, das wir erleben mussten. Ich werde im Zukunftsforum jede Frage aufnehmen – aber nicht vorher ausrichten, was die Antwort oder die politische Zielsetzung ist.

Und dann haben Sie noch das Problem, dass der ORF den privaten Medien das Überleben schwer macht – und es denen auch nicht gut geht.

Wir haben hier eine ganz große Aufgabenstellung im Hinblick darauf, was vom ORF Richtung Privatmedien erwartet wird. Gemeinsame Content-Produktion, Studio-Sharing, eine gemeinsame Werbeplattform – da gibt es unzählige Punkte.

Einer ist die „blaue Seite“, ORF.at. Die macht es mit ihrem offenen und umfangreichen Textangebot den Printmedien wahnsinnig schwierig, Abos abzuschließen. ARD und ZDF zeigen, wie es anders geht. Könnte man nicht das endlich mal lösen?

Ja, da muss es auch Kooperationsanreize bei Content und Werbung und Initiativen des ORF geben. Aber ich habe auch als Medienminister gerade ein großes Paket mit 55 zusätzlichen Fördermillionen für private Medien geschnürt. Und: Ich erwarte keine Dankbarkeit. Aber es ist schon Fakt, dass es 55 Millionen Euro frisches …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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