Polens First Lady wettert am Kahlenberg gegen „muslimischen Staat“

Politik

Die polnische First Lady Marta Nawrocka besuchte am heutigen Sonntag Österreich. Anlass seien Gedenkfeiern zum 343. Jahrestag der Schlacht bei Wien und zum 43. Jahrestag des Besuchs von Papst Johannes Paul II. auf dem Kahlenberg, teilte das Büro des rechtskonservativen polnischen Präsidenten Karol Nawrocki mit. Bei den Feierlichkeiten wurde ein Brief des Präsidenten verlesen. Das Staatsoberhaupt betonte darin, dass die große Schlacht 1683 vor den Toren Wiens einer der Wendepunkte in der Weltgeschichte war.

Die Gedenkfeiern auf dem Kahlenberg boten der First Lady auch die Gelegenheit, Vertreter der polnischen Gemeinschaft in Österreich zu treffen. Rund 66.600 polnische Staatsbürger leben in Österreich.

Gedenkfeier für die Kavallerie

Nawrocka begann ihren Besuch am Sonntagvormittag mit der Teilnahme an einer Messe zum Jahrestag der Schlacht bei Wien von 1683. Der Gottesdienst fand in der St.-Josefs-Kirche auf dem Kahlenberg statt. Am frühen Nachmittag nahm die First Lady an einer Gedenkfeier der 11. Panzerkavalleriedivision „König Jan III. Sobieski“ teil.

„Unterdrückerischer muslimischer Staat“

„Dank des Sieges bei Wien waren unser Herrscher, die unbesiegbaren geflügelten Reiter sowie die polnischen Infanteristen und Artilleristen in aller Munde in ganz Europa und wurden besungen in Liedern, Memoiren und der Malerei“, schrieb der Präsident in seinem Brief. Indem sie damals den Rückzug des Osmanischen Reiches einleiteten, retteten „die polnischen Sieger“ Österreich und andere christliche Länder „vor der Eingliederung in einen unterdrückerischen muslimischen Staat – und ebneten langfristig den Weg für die Befreiung der Völker Mittel- und Südeuropas von diesem schweren Joch“, betonte er. Nawrocki erinnerte außerdem daran, dass im Jahr 1983 Papst Johannes Paul II. anlässlich des 300. Jahrestags des Entsatzes Wiens besuchte.

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Osmanen erstmals geschlagen

In der Schlacht bei Wien wurden am 12. September 1683 von den polnisch-österreichisch-deutschen Truppen unter dem Kommando von König Jan III. Sobieski die osmanischen Truppen am Wiener Hausberg geschlagen und damit die Zweite Türkenbelagerung der Donaumetropole beendet. Polen hat sich deswegen in der Vergangenheit für ein Denkmal für Sobieski auf dem Kahlenberg eingesetzt, dem aber die Stadt Wien eine Absage erteilte.

Hoffen auf Sobieski-Denkmal

Ein Vertreter der polnischen Regierung betonte in einem Gespräch mit Journalisten, dass die Schlacht bei Wien eine Auseinandersetzung war, von deren Ausgang das Schicksal der europäischen Zivilisation abhing. „Seitdem sind der Kahlenberg und die St.-Josef-Wallfahrtskirche zu einem Ort der polnischen Präsenz im europäischen Raum geworden, der an diesen Sieg erinnert, ohne den es kein lateinisches Europa gäbe“, betonte er. Auf die Frage nach einem Sobieski-Denkmal auf dem Kahlenberg betonte er, dass er daran glaube, dass diese Angelegenheit eines Tages zu einem positiven Ergebnis führen werde, obwohl die Wiener Behörden bisher keine Zustimmung zu dessen Errichtung erteilt hätten.

Wien hatte dem Denkmal 2024 eine endgültige Absage erteilt. Die Stadt Wien werde „keine Bühne errichten, die für ausländerfeindliche Hetze und das Schüren von islamfeindlichen und antitürkischen Ressentiments instrumentalisiert werden kann“, hatte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) mitgeteilt. Scharfe Kritik an der Entscheidung Kaup-Haslers kam von FPÖ und ÖVP.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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