
Der jüngste König der Welt ist tot – folgt ihm in Uganda nun ein Amateur-Fußballer aus London mit dem Spitznamen „Big G“ auf den Thron?
Ein Amateur-Fußballer als König in Uganda?
George Desmond Kamurasi steht im Tor der South East Dons, einem der bekanntesten Amateur-Fußballteams in Großbritannien. Der Sportler, besser bekannt als „Big G“, könnte laut der britischen BBC überraschend Thronfolger des mit 34 Jahre gestorbenen Königs Oyo werden.
Die Entscheidung darüber solle noch vor der Beisetzung des verstorbenen Königs am Wochenende verkündet werden, hieß es in dem Bericht. Der 36 Jahre alte Torhüter, der auch an einer Schule im Londoner Stadtteil Abbey Wood als Fußballtrainer arbeitete, rief seine Landsleute auf X zur Geduld auf.
Kamurasis Mannschaft überraschte zuletzt noch mit dem Einzug in die zweite Runde der Qualifikation zum englischen Ligapokal FA Cup. Doch „Big G“ dürfte womöglich Wichtigeres zu tun haben, als am 19. September gegen Chichester City aufzulaufen.
Lehrer: „Ein richtiges Vorbild“
Ein ehemaliger Kollege aus dem Kollegium der Alexander McLeod Primary School bezeichnete „Big G“ als „klasse Typ“, der sehr gut mit Kindern umzugehen wusste. „Er war ein richtiges Vorbild für sie“, sagte der Lehrer im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Sein Cousin, König Oyo Nyimba Kabamba Iguru Rukidi IV., war Ende August an einer aggressiven Form von Krebs gestorben. Er war einst im Alter von nur drei Jahren gekrönt worden und wurde im vergangenen Jahr vom Guinness-Buch der Rekorde als jüngster König der Welt anerkannt.
Neun Tage Trauer: Keine laute Musik und sexuelle Enthaltsamkeit
Im Tooro-Königreich mit seinen rund 800.000 Einwohnern nahe der Rwenzori-Berge herrscht derzeit eine neuntägige Trauerphase: In dieser Zeit sind nicht nur die Flaggen des Königreiches auf halbmast gesetzt, auch die königliche Trommel ist auf den Kopf gestellt und Löwenstatuen im ganzen Königreich, die die Macht des Königs symbolisieren sollen, wurden verhüllt.
Die Batoori, wie das Volk von Tooro heißt, dürfen in der Zeit der Trauer keine laute Musik hören und schwere körperliche Arbeit verrichten und sollen sexuelle Enthaltsamkeit üben. Ein Rat aus Vertretern des königlichen Clans soll in dieser Zeit die Nachfolgefrage klären.
König Oyo war unverheiratet – doch sein Premierminister Calvin Armstrong Rwomiire deutete schon kurz nach der Todesnachricht an, dass der 34 Jahre alte Monarch einen Sohn habe. In ugandesischen Medien wurde berichtet, dass der Bub mittlerweile zehn Jahre alt und seine Mutter eine Lehrerin sei.
Verheiratet mit einer „Muzungu“-Frau – einer Weißen
Dass Kamurasi nun als künftiger König von Tooro im Gespräch ist, ist der Indiskretion eines ugandesischen Journalisten zu verdanken. Er habe den ugandesischen Präsidenten Yoweri Museveni bereits über die Entscheidung des königlichen Nachfolgekomitees informiert, schrieb Andrew Mwenda auf X. Mit seinem Beitrag habe er Spekulationen in sozialen Medien ein Ende setzen wollen.
Die Reaktionen waren überwiegend ablehnend. Denn traditionell müssen die Vertreter des Komitees nach der für Samstag geplanten Beisetzung des verstorbenen Königs die Bevölkerung über den neuen König informieren. In sozialen Medien kommentierten viele, wenn König Oyo einen Erben hinterlassen habe, solle dieser die Nachfolge antreten.
Andere lehnten einen König ab, der nicht in Uganda lebe. Ein König in einem anderen Königreich? Nein danke, meinten sie. Umso mehr, …read more
Source:: Kurier.at – Sport



