
1.015 Rekruten und Rekrutinnen sind bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am Wiener Heldenplatz angelobt worden.
Zuvor hatten Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) die Notwendigkeit eines verteidigungsfähigen Bundesheers in einer veränderten geopolitischen Lage betont. Die Neutralität, deren Beschluss am 26. Oktober gefeiert wird, müsse verteidigt werden können, unterstrich Stocker in seiner Rede.
„Neutralität hat nie bedeutet, dass andere für unsere Sicherheit sorgen“, sagte er weiters. Sie präge Österreich – ein „in vielerlei Hinsicht großartiges“ Land – bis heute. Frieden und Sicherheit seien indes keine Selbstverständlichkeit mehr, sei der Krieg doch nach Europa zurückgekehrt. Van der Bellen hielt die Zuhörerinnen und Zuhörer an, darüber nachzudenken, wie sie einen Beitrag zur umfassenden Landesverteidigung leisten können.
„Bundesheer ist wie eine Versicherung“
Angesichts der internationalen Entwicklungen müsse Österreich vorbereitet sein, sagte auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Das Bundesheer sei wie eine Versicherung, man müsse daher sicherstellen, dass es gut gerüstet ist.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) betonte, mit der Waffe in der Hand würden die Rekruten „nicht gegen etwas, sondern für unsere Werte eintreten.“ Um das Bundesheer zu einer modernen Armee zu machen, sei es notwendig, die Militärausgaben bis 2032 auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu steigern und die Wehrdienstreform zu beschließen, nahm sie auf aktuelle Debatten Bezug.
Mit der traditionellen Kranzniederlegung bei der Krypta am Heldenplatz durch den Bundespräsidenten und die Bundesregierung hatten die Feierlichkeiten am Vormittag begonnen. Im Weiheraum des Äußeren Burgtors beim Heldenplatz gedachten sie der toten Soldaten und Opfer des Widerstandes. Zuvor hat sich die Bundesregierung zu einem Ministerrat getroffen.
Der Heldenplatz war bei sonnigem, aber windigem Wetter sehr gut besucht. Neben der Angelobung wartete das Bundesheer etwa mit einem Überflug von Eurofightern und einer Hercules-Transportmaschine auf.
Gleichzeitig wurde ein rot-weiß-rotes Feuerwerk gezündet. Am Boden informierte das Heer unter anderem über Karrieremöglichkeiten, Besucherinnen und Besucher konnten sich zudem an einem Kletterturm und einem Cyber-Escape-Room versuchen.
Leistungsschau und offene Pforten der Institutionen
Zusätzlich zur Leistungsschau des Bundesheeres am Wiener Heldenplatz öffnen auch heuer wieder die Institutionen der Republik die Pforten für Interessierte. Tag der offenen Tür gibt es unter anderem im Parlament, in der Präsidentschaftskanzlei, im Bundeskanzleramt sowie in diversen Ministerien und Höchstgerichten.
Im Parlament wurden ab zehn Uhr die ersten Besucherinnen und Besucher begrüßt. Der Andrang war auch dieses Jahr wieder groß. Die Timeslots waren seit zwei Wochen ausgebucht, in der Parlamentsdirektion erwartete man erneut Besucherzahlen im fünfstelligen Bereich. Nach einer Führung durchs Haus konnte man sich etwa im Empfangssalon, wo normalerweise die Staatsempfänge stattfinden, u.a. mit Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) fotografieren lassen.
In der Säulenhalle hatten die fünf Parlamentsparteien auch heuer wieder Info-Stände aufgebaut. Dort konnte man mit den Klubspitzen und Abgeordneten ins Gespräch kommen, Selfies machen oder Werbegeschenke abstauben – von den Klassikern Kuli und Naschzeug über Kapperl oder wiederverwendbaren Kaffeebechern bis zur „ÖVP Klub“-Centmünze aus der Prägemaschine.
Ebenfalls um zehn Uhr öffnete Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Begleitung seiner Frau Doris Schmidauer die Tore zur Präsidentschaftskanzlei, schüttelte Hände und stand für Selfies bereit.
FPÖ feiern „Neutralitätsfest“, Grüne wollen reden
Die FPÖ verteilte dort auch Gutscheine für ihr „Neutralitätsfest“ hinter dem Parlament – eine Art Gegenveranstaltung zum …read more
Source:: Kurier.at – Politik



