
Nein, da muss er eigentlich nicht lange nachdenken. „Ich fühle mich genauso als Österreicher, wie jene, die keinen Migrationshintergrund haben“, sagt Jurij Rodionov. Warum sollte er auch. „Ich liebe dieses Land.“ Österreichs Tennisheld denkt kaum mehr an Belarus, das Land, aus dem seine Eltern 1996 auswanderten.
Zunächst nach Deutschland, wo Rodionov 1999 in Nürnberg geboren wurde, dann schon bald nach Österreich. „Von Deutschland weiß ich nichts mehr, als wir nach Deutsch Wagram kamen, war ich zwei Jahre alt.“ Und in der Heimat seiner Eltern war er ebenfalls schon lange nicht mehr. „Vor Corona habe ich zu Ostern Verwandte dort besucht. Auch wenn ich bis 2015, 2016 einen belarussischen Pass hatte, gab es nie Zweifel, wo meine Heimat ist. Hier sind meine Freunde, hier bin ich zur Schule gegangen.“
Eine Heimat, die es ihm zur Ehre macht, sie zu vertreten. „Es macht mich stolz, dass ich für meine Heimat Österreich Davis Cup spielen kann“, sagt Rodionov und schmunzelt, „die Ergebnisse beweisen es ja auch“. Heuer war der 27-Jährige zum zweiten Mal dafür verantwortlich, dass das „KURIER Austria Davis Cup Team“ die Qualifikation für die acht besten Länder der Welt schaffte, dass er und seine Landsmänner erneut im November beim Finalturnier aufschlagen können. „Ich spiele mit Herzblut für Österreich, kein Wunder, dass ich im Davis Cup immer meine besten Matches spiele.“ Seine Bilanz aus den jüngsten neun Partien: Acht Siege und nur eine Niederlage.
Aufschlag in Wien
Und wenn er Turniere spielt, dann am liebsten auch in Österreich. Ganz besonders beim Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle, wo er ebenso schon tolle Matches ablieferte. „Aufgrund der Besetzung sind die Gegner noch stärker als im Davis Cup. Aber allein hier zu spielen, vor den eigenen Fans, ist das Schönste.“Harald Ottawa
Source:: Kurier.at – Sport



