
Ein perfekter Empfang an einem Vorzeige-Ort war Präsident Emmanuel Macron wichtig, wenn er ab heute, Montag, drei Tage lang die Großen der Welt in einem erweiterten G7-Format empfängt. Der Austragungsort Évian-les-Bains liegt idyllisch am Genfer See. Bei klarer Sicht erscheinen am gegenüberliegenden Ufer die Schweizer Berge.
Für die Bewohner ist die Stadt schon jetzt weitgehend abgesperrt. Die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Italien, Großbritannien, den USA, Kanada und Japan sowie der hinzugeladenen Gastländer sollen unter maximalen Sicherheitsvorkehrungen das Flair dieses Kurorts erleben. Aufgrund des 80. Geburtstags von US-Präsident Donald Trump am Sonntag wurde das Treffen um einen Tag verschoben. Eine Tatsache, die unterstreicht, wie sehr Paris versucht, den schwierigsten, aber wichtigsten Gast bei Laune zu halten.
Für Macron, der in knapp einem Jahr abtritt, ist es der letzte internationale Gipfel – und dabei nicht der einfachste. Wie so oft wird die langwierig vorbereitete G7-Agenda von aktuellen geopolitischen Entwicklungen überschattet. Im Élysée-Palast verweist man auf die Zweiteilung der Gespräche: Zum einen werde es um Lösungen für die derzeitigen Kriege zwischen den USA und dem Iran sowie Russland und der Ukraine gehen. Zum anderen um die Schwerpunkte, die die französischen Gastgeber festgelegt haben.
China ist zentrales Thema
Bereits beim G7-Finanzministertreffen in Paris im Mai hieß es, China solle seine exportgetriebene Überproduktion und die schwache Binnennachfrage abbauen, die USA ihren konsum- und schuldengetriebenen Nachfrageüberschuss verringern und Europa deutlich mehr investieren, insbesondere in Technologien und Zukunftsindustrien. „Wir wissen, dass wir bezüglich Produktivität und Investitionen hinterherhinken“, sagte Macron am Donnerstag bei einer Videokonferenz im Rahmen der G7, an der auch China teilnahm.
Außerdem stehen ein gemeinsamer Beschluss zu kritischen Mineralien mit dem Fokus auf faire, regelbasierte Märkte auf dem Programm, die Beschleunigung der Krebsforschung sowie der Schutz von Kindern in sozialen Netzwerken. Frankreich plant ab September ein Mindestalter für die Nutzung von Social-Media-Plattformen und kämpft für hohe Aufmerksamkeit für das Thema.
Mittagessen mit Trump und US-Tech-Unternehmern
Nach einem Abendessen im Kreis der G7 am Montag öffnet sich dieser. In diesem Jahr kommen Brasilien, Südkorea, Kenia, Indien und Ägypten mit dazu. Am Dienstag wird außerdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet, ein Signal für die fortgesetzte Unterstützung des Landes. Am Mittwoch nehmen einige Tech-Unternehmer an einem Mittagessen teil, zu dem auch Trump erwartet wird.
Kritiker verweisen darauf, dass das Fehlen Chinas am Verhandlungstisch die Gespräche ausbremse. Problematisch seien außerdem die Gegensätze zwischen den G7-Partnern und der Trump-Regierung.
Source:: Kurier.at – Politik



