Neues Schuljahr: Die sechs Baustellen im Bildungssystem

Politik

In acht Tagen enden in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland die 64-tägigen Sommerferien. Eine Woche später folgen die anderen Bundesländer.

Das Schulsystem mit seinen fast 6.000 Schulen, 115.000 Lehrkräften und 1,1 Millionen Schülern kostet etwas mehr als 12 Milliarden Euro jährlich. Doch die Zufriedenheit mit dem System ist überschaubar: Im kürzlich veröffentlichten „Ipsos Bildungsmonitor 2026“ stellen die Befragten dem Bildungssystem ein durchwachsenes Zeugnis aus: Nur fünf Prozent geben ihm die Note „sehr gut“, 31 Prozent zumindest ein „ziemlich gut“. 28 Prozent stufen es demgegenüber als „eher schlecht“ und „sehr schlecht“ ein.

Defizite sieht die Mehrheit vor allem bei den Zukunftsfragen: 55 Prozent glauben, dass Schulen soziale Ungleichheiten nicht verringern, 59 Prozent halten den Lehrplan nicht für ausreichend zukunftsorientiert.

Seit seinem Amtsantritt im März 2025 ist Bildungsminister Christoph Wiederkehr sichtlich bemüht, die vielen Brände im Bildungsbereich zu löschen. Vergangenen Mittwoch nannte er gleich zehn Neuerungen für das kommende Schuljahr, darunter mehr Deutschförderung, mehr Personal für Brennpunktschulen, das „mittlere Schulmanagement“ und Schulpsychologen, das Kopftuchverbot für unter-14-Jährige und erstmals werden Bildungsvergleichsdaten der Schulen veröffentlicht.

Wiederkehr setzt damit an mehreren Stellen an. Seine Möglichkeiten für größere Reformen sind allerdings begrenzt: Die ausverhandelten Sparbudgets lassen wenig finanziellen Spielraum. Und wie schon seine Vorgänger in der Zweiten Republik stößt auch er auf den Föderalismus und die Zersplitterung der Kompetenzen. Zu viele Ebenen und Institutionen reden im Bildungssystem mit – grundlegende Strukturreformen werden erheblich erschwert.

Der KURIER hat sich deshalb im Bildungssystem umgehört und sechs Themen identifiziert, die für die Schule des 21. Jahrhunderts entscheidend sind – und die möglicherweise nicht alle Verantwortlichen ausreichend im Blick haben. Längst nicht alles scheitert am Budget.

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In der kommenden Woche widmet sich der KURIER außerdem der großen Frage, was die Künstliche Intelligenz im Klassenzimmer verändert.

Wer stärkt die Basis  Kindergarten?

Bei der Elementarpädagogik, dem Kindergarten, vertreten de facto alle Experten dieselbe Auffassung: Jeder hier investierte Euro lohnt sich für Kind und Volkswirtschaft um ein Vielfaches.

Probleme, die nicht im Kindergartenalter gelöst werden, können später nur mit vielen Ressourcen behoben werden. Das betrifft das Miteinander und auch solide Sprachkenntnisse. Bund, Länder und Gemeinden wissen das. Warum ist die Situation immer noch unbefriedigend? Weil Kindergärten in die Kompetenz der Gemeinden fallen und hier Budget fehlt.

Große Zustimmung gibt es für das zweite verpflichtende Kindergartenjahr: „Je früher die Förderung, desto größer sind die Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg“, sagt Christine Obermayr von der Vereinigung der pädagogischen Führungskräfte Austria. Susanna Haas, pädagogische Leiterin der St. Nikolausstiftung, wünscht sich eine stärkere Professionalisierung der Elementarpädagogen. Die Qualität früher Bildung hänge von der Qualifikation jener Menschen ab, die sie in den ersten Jahren begleiten.

Wer unterrichtet, was morgen relevant wird?

Laut dem Bildungsministerium kommen aktuell 18.587 Bewerbungen auf rund 9.000 offene Stellen – das sei eine Trendwende.

Tatsache aber ist, dass es nach wie vor Mängel in bestimmten Regionen und Fächern gibt, allen voran in den Naturwissenschaften und beim Sport.

Hinzu kommt, dass vor allem in Mittelschulen oft fachfremde Pädagogen eingesetzt werden, also dass beispielsweise der Deutschlehrer auch Biologie oder Geografie unterrichten muss, damit der Lehrplan erfüllt wird, während die Fachlehrer in den Zukunftsfächern Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) fehlen.

Somit werden die Jugendlichen …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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