
Trotz der Sommerpause rumort es im österreichischen Eishockey. Nach der von vielen Stakeholdern kritisierten Klage gegen den KURIER, den finanziellen Misserfolgen und der vor zwei Wochen publik gewordenen diskriminierenden Behandlung der Frauen-Nationalspielerinnen ist der Leidensdruck bei einigen Mitgliedern des österreichischen Eishockey-Verbandes so groß geworden, dass jetzt im Hintergrund gehandelt wird.
Laut KURIER-Informationen hat sich eine Gruppe gefunden, die an einer positiven Zukunft des Eishockeysports in Österreich arbeiten will. Sogar mit einer sehr prominenten Person für das Präsidentenamt werden Gespräche geführt: Niemand Geringerer als Ex-Bundeskanzler Christian Kern soll sich überlegen, seine Kontakte für das Wohl im österreichischen Eishockey zu nutzen. Sollte Kern tatsächlich zusagen, könnte Aufbruchstimmung die Tristesse ablösen.
Mehr Kompetenz
Die Gruppe will aber nicht nur einzelne Personen austauschen, sondern einen echten Neustart im österreichischen Eishockey einleiten – mehr Fachkompetenz, weniger Ehrenamt.
Dafür sollen – wenn es tatsächlich zu einer neuen Verbandsführung kommt – Beiräte gegründet werden, mit Personen aus Wirtschaft, Politik und Medien. Namen wie jener von Medien-Profi Michael Berger, aber auch ein paar von Konzern-Vorständen kursieren. Der ehemalige Sektionschef im Sportministerium, Philipp Trattner, soll ebenfalls an Bord geholt werden.
Der Eishockey-Verband könnte mit Kern den Weg des ÖFB einschlagen. Auch dort wurde über Jahre hinweg gestritten, ehe im April 2025 der ehemalige Spitzenpolitiker Josef Pröll den Fußball-Bund übernahm und schnell Ruhe einkehrte.
Ab Montag soll bei der Sitzung der ICE-Ligavereine über die ÖEHV-Führung beraten werden. Sollten alle Kandidaten ihre finale Zusage geben, dann wird es kommende Woche zu weiteren Gesprächen kommen. In der Folge wird es dann auch darum gehen, ob der jetzige Präsident Klaus Hartmann und sein Team Platz für die engagierte Gruppe machen oder ob ein Misstrauensantrag notwendig sein wird.
Ein Präsidium muss auf jeden Fall gewählt werden. Dafür sind viele Stimmen, nicht nur jene der Profi-Teams, notwendig. Die Frauen-Klubs und auch die unzufriedenen Landesverbände werden nach den jüngsten Entwicklungen wohl auch für einen Neuanfang sein.
Source:: Kurier.at – Sport



