Erneuerbaren-Verbände wettern gegen „Batterieverzögerungs-Verordnung“

Wirtschaft

Die E-Control führt neue Regeln für Netzentgelte ab 2027 ein. Über die Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung (SNE-G-V) wurde in den vergangenen Monaten heiß diskutiert. Anfang Juli wurde der erste Entwurf vorgelegt, der vor allem wegen seiner strengen Regeln für Batteriespeicherbetreiber scharf kritisiert wurde. Im Sommer wurden Stellungnahmen dazu eingeholt, der Entwurf wurde überarbeitet. Am Donnerstag wurde die Neufassung im Beirat abgesegnet, nächste Woche soll die E-Control die endgültige SNE-G-V präsentieren. Mehrere Erneuerbaren-Verbände freuen sich gar nicht darauf.

Batteriespeicherprojekte drohen eingestellt zu werden

PV&B Austria, Windkraft Österreich und der Bundesverband Energiespeicher warnen davor, dass die SNE-G-V „in ihrer derzeitigen Ausgestaltung das Potenzial hat, zu einer reinen Batterieverzögerungs-Verordnung zu verkommen“. Die Kriterien für Batteriespeicher, um als „netzdienlich“ zu gelten und damit weniger Netzentgelte zu zahlen, seien immer noch zu strikt. Das könnte dazu führen, dass viele Batteriespeicherprojekte gar nicht erst verwirklicht werden, andere würden einfach nicht netzdienlich arbeiten, sagt Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV&B Austria. Das sei nicht im Sinne des Erneuerbaren-Ausbaus, für den im Stromnetz mehr Flexibilitäten geschaffen werden sollen. Das wiederum schade der heimischen Wirtschaft.

Entlastung der Netze wäre dringend notwendig

„Der heimische Strommarkt braucht rasch Entlastung durch Stromspeicher sowie Planungssicherheit und Kontinuität. Österreich droht die historische Chance auf eine nachhaltige Senkung der Netz- und Stromkosten zu verspielen“, heißt es in einer Presseaussendung der Verbände. Ihrerseits seien zahlreiche Stellungnahmen an die E-Control geschickt worden. Es habe aber keinerlei fachlichen Austausch mit der E-Control gegeben. „Statt einem fachlich und transparenten gemeinsamen Abschluss des Prozesses wurden nun offenbar in Verhandlungen hinter verschlossenen Türen letztlich einzelne Partikularinteressen bevorzugt“, vermuten die Verbände, die angeben, Teile der endgültigen SNE-G-V-Version zu kennen.

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Die E-Control sieht die Sache ganz anders

Die E-Control hat dem KURIER bei einem Gespräch im Juli versichert, dass es zuvor Gespräche mit der Batteriespeicher-Branche gegeben habe. Die Kriterien für die volle Entgeltbefreiung für den Strombezug seien wohlüberlegt und notwendig, um Fairness bei Netzentgelten herzustellen. Ein wirtschaftliches Betreiben von Batteriespeichern sei unter den Voraussetzungen der SNE-G-V problemlos möglich. Die neue Version der Verordnung soll angeblich kommende Woche präsentiert werden. Dann wird man mehr wissen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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