
Der vom US-Militär gefangen genommene langjährige Staatschef von Venezuela, Nicolás Maduro, und seine Ehefrau müssen sich neuen Vorwürfen stellen. Über die bereits erhobenen Anklagepunkte hinaus wirft die US-Justiz den Maduros nun Verschwörung zur Folter von in Venezuela festgehaltenen US-Bürgern vor, wie aus einer neuen Anklageschrift der New Yorker Staatsanwaltschaft hervorgeht.
Die neuen Vorwürfe beziehen sich demnach auf die unrechtmäßige Inhaftierung und Folter von mehr als einem Dutzend US-Bürger in venezolanischen Gefängnissen während Maduros Amtszeit.
Autoritäre Führung
Maduro hatte sein Land an der Spitze einer sozialistischen Regierung von 2013 bis 2026 autoritär geführt. Im Januar waren er und seine Ehefrau Cilia Flores in der venezolanischen Hauptstadt Caracas in einer umstrittenen Aktion von US-Spezialkräften gefangen genommen worden.
Von Kritikern wurde das Vorgehen als Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnet.
Die frühere Vizepräsidentin Delcy Rodríguez übernahm anschließend als geschäftsführende Präsidentin die Führung des Landes. In der Folge haben Caracas und Washington ihre Zusammenarbeit ausgeweitet, insbesondere im Ölsektor. Die Wirtschaft des einst wohlhabenden Landes mit den größten nachgewiesenen Erdölvorkommen der Welt leidet unter Missmanagement, Korruption und Sanktionen.
Vorwurf des „Drogenterrorismus“
Die USA haben Maduro und seine Ehefrau bereits unter anderem wegen des Vorwurfs des „Drogenterrorismus“ angeklagt. Der Prozess gegen die Maduros soll am 1. Juni 2027 beginnen. Der 63-Jährige soll demnach sein Amt als Präsident und vorangegangene Posten in der Regierung über Jahre dazu genutzt haben, den Schmuggel von Tausenden Tonnen Kokain in die USA zu ermöglichen.
Maduro und Flores weisen die Vorwürfe bisher von sich und warfen im Gegenzug den Vereinigten Staaten vor, sie entführt zu haben. Beide sitzen seit der Festnahme in Untersuchungshaft im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Bei einem Gerichtstermin wurde Flores‘ Anliegen abgelehnt, das Gefängnis auf Kaution zu verlassen.
Source:: Kurier.at – Politik



