Die nächste Idee des Grenzgängers Infantino: Eine WM mit 64 Startern

Sport

Er pendelt nicht nur zwischen Einfall und Reinfall. Gianni Infantino bewegt sich in jeder Hinsicht zwischen den Welten. Vor den Halbfinalspielen dieser WM reiste der umstrittene FIFA-Präsident nach Katar, um der Beerdigung von Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, Sohn des Emirs, beizuwohnen. 

Al Thani hatte natürlich im Fußball seine Hände im Spiel, war maßgeblich an der Austragung der WM 2022 beteiligt.

Bewegendes passiert nicht nur physisch. Umtriebig ist 56-Jährige auch, was sein Pendeln in eine gefährliche Korruptionsnähe betrifft. Allein die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare hat gegen ihn eine Beschwerde beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingelegt – die politische Nähe zu US-Präsident Donald Trump ist nur ein Teil davon.

Was viele Kritiker als Drohung betrachten: Nun denkt der Schweiz-Italiener schon an die Zukunft, denkt daran, die WM künftig von 48 Mannschaften (für viele waren das zu viele) auf 64 Mannschaften aufzustocken. Was darf man davon halten?

+ Die Entwicklungshilfe 

Vielleicht denkt Infantino dabei an seine zweite Heimat Italien, die nach drei vergebenen Versuchen nun ganz passable Chancen hat, doch dabei zu sein. Aber vielmehr will Infantino kleineren Nationen helfen, um sie für ihre Fußballbegeisterung zu belohnen. „Wenn man diesen nicht die Chance gibt, an einer WM teilzunehmen, dann nimmt man ihnen den Antrieb, sich zu verbessern“, sagt Infantino. Die Afrikaner könnten dann 13 Nationen stellen, die Asiaten, die dieses Mal mit Japan nur ein Land in die K.-o.-Phase brachten, zwölf statt acht oder neun.

+ Mehr Märchen

Nein, die sogenannten Underdogs waren kein Kanonenfutter, lediglich Curaçao leistete sich einen Umfaller (1:7 gegen Deutschland). In anderen Ländern wurden trotz mangelnder Chance, Weltmeister zu werden, Märchen geschrieben. Wie bei den Kap Verden und ihrem Tormann-Opa Vozinha.

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+ Kein Kalkulieren

 Das System mit den acht besten Gruppendritten ging in die Hose. Nicht nur Österreich und Algerien mussten Remis spielen – und taten dies dann auch. Bei 64 Teams würden nur die zwei besten Teams der Gruppe aufsteigen.

+ Mehr Geld

Hier regiert die Milchmädchen-Logik: Mehr Spiele führen zu mehr Einnahmen (Werbung, TV-Präsenz), auch die Nationen profitieren.

 – Mammutprogramm

Fünf Wochen ist bereits zu lange, manche Fans sind bereits ausgerechnet vor der heißen Phase gesättigt. Diese fünf Wochen sollen aber nicht ausgedehnt werden – 64 Teams sorgen für ein Mammut-Programm in den Ländern Spanien, Portugal und Marokko (die ersten drei Spiele in Südamerika). Im schlimmsten Fall gibt es sechs Gruppenspiele pro Tag – wie so oft denkt man nicht an die Inflation, die es auch im Sport gibt. Die einfache Rechnung: mehr Spiele = weniger Wert der einzelnen Partien.

– Quali-Chaos

Die Qualifikation wird für manche Länder zum Spaziergang, daher lassen sich viele Partien schlechter vermarkten. Und Spannung wird anders aussehen (es sei denn, Italien spielt).

– Gastgeber-Not

Für 128 Partien wären 20 bis 25 Stadien notwendig – derzeit sind es auch einer größeren Fläche als 2030 „nur“ 16. Eine Ausrichtung wie früher in einem Land, ist beinahe unmöglich geworden. Bei all den Einnahmen, auf die sich die FIFA freut – Zusatzkosten für die Infrastruktur wurden bisher noch nicht ins Kalkül gefasst.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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