
Eine Messe ist zum Präsentieren da. Eine Fußball-WM ist die beste Gelegenheit für Fußballer sich für neue, höhere Aufgaben zu empfehlen.
Das weiß auch Tae-seok Lee, südkoreanischer Nationalteamspieler in Diensten von Austria Wien. „Diese Chance ist mir bewusst, ich weiß, dass die WM eine große Bühne ist. Für alle Spieler ist eine WM das große Ziel, für mich ist es eine Ehre, dabei sein zu dürfen.“ Dann müsse man die Chance beim Schopfe packen und „schauen, was rauskommt. Dann sehen wir weiter.“
Lee und seine Südkoreaner reisen nach Mexiko, wo sie in der Gruppe auf den Veranstalter selbst, Südafrika und zum Auftakt in Guadalajara auf Tschechien (Freitag, 4 Uhr) treffen. „Die Gruppe ist sehr stark, alle Teams, die sich qualifiziert haben, sind gut.“ Der 23-Jährige hat eine klare Vorstellung, wie für sein Team das Turnier ablaufen sollte. „Wir wollen so weit wie möglich kommen. Zunächst einmal müssen wir die Gruppe überstehen und immer weiter kommen.“ Klingt einfach, ist es freilich nicht. Das große Ziel ist zumindest das Achtelfinale.
Das Sprungbrett
Einzig schade findet er, dass keines der drei Gruppenspiele im legendären Aztekenstadion in Mexiko City stattfindet. „Es liegt zwar nicht mein Fokus darauf, aber es wäre schon toll gewesen, in diesem Stadion ein WM-Spiel zu bestreiten.“
Tae-seok Lee sieht sich als Teamplayer, der mit seinen Kollegen einen kollektiven Erfolg feiern möchte. Darüber hinaus verfolgt er als Fußballer natürlich eigene Karriere-Interessen. Je weiter Südkorea kommt, desto mehr kann sich auch der Austrianer in den Vordergrund dribbeln. „Leider lässt sich das bei so einem großen Turnier nicht planen.“
Ob er sich ein Szenario vorstellen kann, wo er durch gute WM-Auftritte noch in diesem Sommer den Verein wechselt, in der kommenden Saison gar nicht mehr für die Wiener Austria spielt? „Ja, das kann ich mir durchaus vorstellen. Je nachdem, welche WM ich spiele. Aber so eine Chance sollte man dann auch ergreifen.“
Denn nach Wien-Favoriten ist er nicht gekommen, um bis an sein Karriereende dort zu bleiben, so wohl er sich auch fühlt bei den Veilchen. Mittlerweile hat er sich eingelebt, an Europa gewöhnt.
„Den Alltag kann man schon vergleichen mit Korea, allerdings haben dort viele Läden viel länger offen als hier.“ Vor allem am Wochenende musste er umdenken, am Samstag noch die Einkäufe tätigen, um nicht am Sonntag zu verhungern. „Ich war es nicht gewohnt, am Sonntag nicht einkaufen zu können.“
Der Traum von England
An den Fußball in Europa musste sich Lee gewöhnen. „Die ganze Stimmung rund um den Fußball ist anders. Die Geschwindigkeit ist höher, die Physis ist anders.“ Dafür gibt man sich hierzulande außerhalb des Fußballfeldes gelassener, ist alles ruhiger und langsamer. „Hier gibt es weniger Stress, in Korea ist alles schneller.“
Lee lernt Deutsch, keine einfache Aufgabe, hat aber keine Verständigungsprobleme. Weil ihm ein Dolmetsch zur Seite steht und weil sein Englisch für die Konversation mit den Kollegen in der Kabine ausreicht.
Vielleicht braucht er das englische Idiom künftig weitaus mehr. Sein Traum ist die Premier League. „Ich habe immer schon auf den Traum hingearbeitet, in Europa spielen zu können. Ich bin froh, dass mir dieser Schritt mit der Austria …read more
Source:: Kurier.at – Sport



