
Die USA und der Iran haben sich in der zweiten Nacht in Folge heftig gegenseitig beschossen – womit sich der Konflikt trotz der seit zwei Monaten geltenden Waffenruhe gefährlich hochschaukelt. Irans Militär reagierte auf neue US-Angriffe nach eigenen Angaben mit der kompletten Sperrung der Straße von Hormus sowie mit Gegenattacken auf Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait.
Jedes Schiff, das die für den Öl- und Gashandel wichtige Meerenge zu passieren versuche, werde angegriffen, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Militärführung. Zwei Schiffe sollen laut Rundfunk beschossen worden sein. Es folgten gegenseitige Dementis. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb auf X: „Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormus ein und heraus.“ Irans Staatsmedien nannten diese Behauptung falsch.
US-Präsident Donald Trump warf Teheran laut einem Medienbericht einen besonders schweren Bruch der geltenden Feuerpause vor. Sie sei „die am häufigsten gebrochene Waffenruhe in der Geschichte der Welt“, zitierte ein Reporter des US-Senders Fox News aus einem Gespräch mit dem Präsidenten. Auf welchen Vorfall sich Trump mit diesem Vorwurf konkret bezog, blieb unklar.
„Werden sie in Grund und Boden bomben“
Trump habe zwar ein Ende der Bombardierungen in Kürze in Aussicht gestellt, berichtete Fox-News-Reporter Trey Yingst auf der Plattform X. Sollte Teheran jedoch kein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges unterzeichnen, „werden wir sie in Grund und Boden bomben“, drohte Trump demnach.
Das US-Militär hatte zuvor nach eigenen Angaben auf Befehl des Präsidenten mit neuen Angriffen auf Ziele im Iran begonnen. Laut Trump seien unter anderem Dutzende Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert worden, schrieb der Fox-News-Reporter. Das nächstgelegene Ziel zur iranischen Hauptstadt Teheran habe wenige Dutzend Kilometer außerhalb der Stadt gelegen.
Explosionen in mehreren Hafenstädten
Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen im Bereich mehrerer Hafenstädte entlang der Südküste. Demnach wurden zwei Menschen verletzt. Wie die iranische Nachrichtenagentur Irna und der Rundfunk berichteten, wurden Explosionen nahe den Städten Minab und Sirik beobachtet. Weitere Detonationen gab es Berichten zufolge auch auf der Insel Qeshm und der Hafenstadt Bandar Abbas.
In der Nacht soll es außerdem nahe der iranischen Hauptstadt Teheran mehrere Angriffe gegeben haben. Der staatliche iranische Rundfunk meldete Explosionen in der Pendlermetropole Karaj, die nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Teheran entfernt liegt. Weiter westlich von Karaj seien Kampfdrohnen gesichtet worden. Details dazu lagen zunächst nicht vor.
Erst in der Nacht auf Mittwoch hatte das US-Militär als Reaktion auf den Abschuss eines Kampfhubschraubers Flugabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Iran attackiert. Der Iran griff daraufhin US-Stützpunkte in der Golfregion an.
Iran meldet Gegenangriffe auf Golfstaaten
Die iranische Armee meldete inzwischen, sie habe erneut das regionale Hauptquartier der US-Marine in Bahrain mit Kamikazedrohnen attackiert. Der Angriff habe auf Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot gezielt, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Armee. Irans mächtige Revolutionsgarden – die Elitestreitmacht des Landes – attackierten nach eigenen Angaben unter anderem zwei US-Luftwaffenstützpunkte in Kuwait und einen in Bahrain. Insgesamt seien 18 Ziele angegriffen worden.
In Bahrain wurde Alarm ausgelöst, wie das Innenministerium des Golfstaats auf X mitteilte. Bewohner wurden dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und den nächsten sicheren Ort aufzusuchen. Aus Kuwait oder vom US-Militär gab es zunächst keine …read more
Source:: Kurier.at – Politik



