Festwochen: Milo Rau cancelt Diskussion über „Boycott Israel?“

Kultur

Diesen Samstag sollte auf dem Badeschiff, dem Festivalzentrum der „Republic of Gods“, eine Diskussion stattfinden, die in das Schema der Erregungsveranstaltungen von Milo Rau gepasst hätte: Der Intendant der Wiener Festwochen wollte moderieren (wie er es schon bei der Diskussion tat, ob Peter Thiel sein obskures Weltbild darlegen darf), als aufreizendes Thema hatte er „Boycott Israel?“ ausgegeben. Doch still und leise ließ er die Veranstaltung canceln.

In der Ankündigung hieß es: „Ist ein Boykott staatlich geförderter israelischer Kultur eine legitime und sinnvolle Antwort auf die Kriegspolitik der Netanjahu-Regierung? Oder schadet sie vielmehr genau jenen zivilgesellschaftlichen Akteur:innen, die man eigentlich unterstützen will?“

Auf Nachfrage des KURIER erklärte Milo Rau: „Es war leider unmöglich, dieses wichtige Panel ausgewogen und sinnvoll zu besetzen – die Gräben sind leider (noch) zu tief. Aber ich hoffe (und bin überzeugt), dass jeder Versuch, wie auch dieser, zu Diskussionen führt, die die Gräben auflockern und die Wohlmeinenden zusammenführt.“

Als Teilnehmerinnen waren u. a. Barbara Staudinger, die Direktorin des Jüdischen Museums Wien, und Michal Vaknin, Direktor des Israel Festivals, vorgesehen – als Gegenpart zu einem holländischen Aktivisten der propalästinensischen Bewegung Boycott, Divestment and Sanctions (BDS). Dass just er auf die Möglichkeit, Propaganda zu machen, verzichtet haben soll, erscheint sonderbar. Vielleicht ist Rau nach der abgesagten Thiel-Show weiser geworden. Thomas Trenkler

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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