
Nur sieben Punkte aus zehn Spielen, die letzten drei Partien gingen allesamt verloren. Spielerisch läuft es alles andere als nach Plan, in der Tabelle steckt man im Keller fest, die anvisierten Top 6 sind in weiter Ferne.
Mittlerweile können auch die größten Optimisten die handfeste Krise nicht mehr leugnen, in der die Austria steckt. Und das vor einer Woche mit zwei wichtigen Spielen – am Dienstag geht es im Cup gegen Hartberg, am Sonntag kommt Rapid zum großen Wiener Derby nach Favoriten.
Es brodelt seit Wochen bei den Veilchen. Trainer Stephan Helm ist angezählt. Nicht zum ersten Mal, er kennt diese Situation. Doch spätestens nach dem 1:2 in Altach, als die Mannschaft erneut eine Führung verspielt hat, ist allen im Verein klar: So kann es nicht weitergehen, es muss etwas passieren. Am Samstag nach der Rückkehr aus dem Ländle kam es zur großen Krisensitzung. Die Fragen, die es zu klären galt: Bleibt Helm Austria-Trainer, wenn ja, wie lange noch? Wenn nein, wer tritt seine Nachfolge an? Ist eine interimistische Lösung sinnvoll oder notwendig? Oder gibt es bereits einen Nachfolger?
Offene Fragen
Fragen über Fragen – auf die es offenbar keine schnellen Antworten gab, denn die Krisensitzung dauerte bis in die Abendstunden.
Helm zeigte sich direkt nach dem Altach-Spiel noch kämpferisch. „Ich habe nach wie vor den Antrieb, da rauszukommen, und bin überzeugt, dass wir das schaffen“, sagte er. Auf der langen Busfahrt nach Hause gab es ein Gespräch mit Sportvorstand Tomas Zorn. Um die Zukunft des Trainers ist es dabei nicht konkret gegangen. Den freien Samstag verbrachte Helm daheim im Burgenland. Zorn hingegen tagte mit der Führungsetage der Veilchen.
Der Deutsche ist schon länger auf Trainersuche, als Profi, wie er einer ist, will er für alle Eventualitäten gerüstet sein. Geplant war der Trainerwechsel frühestens in der Länderspielpause. Interimistisch könnte Young-Violets-Coach Maximilian Uhlig einspringen. Bis zuletzt war aber auch bei Zorn der Glaube und die Hoffnung da, dass der Turnaround unter Helm gelingt. „Sonst wäre er nicht mehr Trainer“, sagte er – allerdings vor dem Spiel in Altach.
Fans sauer
Die Spieler standen auch nach der siebenten Saisonniederlage hinter dem Coach. Doch auch den Routiniers war in den Interviews nach dem Spiel klar, dass es so nicht weiter gehen kann. „Es liegt an uns Spielern“, sagte Kapitän Manfred Fischer. „Solange der Trainer da ist, stehen wir hinter ihm.“
Die Fans sind mit der schlechtesten Ausbeute seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 natürlich nicht zufrieden, sie wandten sich nach Schlusspfiff ab und zeigten den Austrianern nur noch ihre Rücken. „Es ist verständlich, dass sie die Schnauze voll haben“, meinte Fischer.
Source:: Kurier.at – Sport



