Der neue FIS-Boss: „ÖSV muss helfen, Karren aus dem Dreck zu ziehen“

Sport

Alexander Ospelt steht seit Juni dem Weltverband FIS als Präsident vor. Der Anwalt aus Liechtenstein löste Milliardär Johan Eliasch ab, der mit seinem Führungsstil viele nationale Verbände gegen sich aufbrachte. Auch der ÖSV machte gegen Eliasch mobil und unterstützte Ospelt, der sich in der Kampfabstimmung hauchdünn (65:64) durchsetzte. „Ich habe das Gefühl, ich muss diesen Job machen“, sagt er bei seiner Premiere in Sölden. Ospelt über…

…sein Präsidentenamt Ich habe dieses Amt nicht wirklich angestrebt. Aber wir haben im FIS-Council gemerkt, dass wir so nicht weitermachen können. Ich habe mich getraut, gewisse Dinge anzusprechen und habe aus einem Verantwortungsgefühl gehandelt. Wobei mir klar war: Du machst dir keinen Gefallen, wenn du gegen einen amtierenden Präsidenten antrittst.

…die Kluft innerhalb der FIS Es hört sich natürlich spannend an, wenn die Wahl mit 65:64 ausgeht. Ich verstehe, dass in gewissen Kulturen die Loyalität zum Präsidenten sehr groß ist. Man hält an dem existierenden Präsidenten fest, die wollten gar nicht mit mir reden. Als ich gewählt wurde, hat der liechtensteinische Skiverband einen Empfang ausgerichtet und da sind dann alle gekommen. Der Präsident ist tot, es lebe der Präsident. Es hat unglaublich schnell gewechselt, deswegen glaube ich nicht, dass da noch viele Gräben sind.

…seinen Zugang Das Vertrauen untereinander fehlt. Es geht dabei nicht um die FIS. Die FIS ist nichts anderes als ein Dienstleister, unser Interesse sollte den Sportarten und den Athleten gelten. Wir bringen es nur hin, wenn wir das Gemeinsame hervorstreichen und nicht egoistische Ziele verfolgen. Die Österreicher haben das Gefühl, ich arbeite für die Schweizer, die Schweizer haben das Gefühl, ich arbeite für die Amerikaner, und die Amerikaner haben das Gefühl, für die nordischen Staaten. Ich mach’ sehr viele unglücklich.

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…das Image der FIS Die FIS hat ein Imageproblem, aber das macht es für mich gerade ein bisschen leichter. Ich treffe auf Partner, die überrascht sind über die Transparenz und die offene Art. Wir haben die Möglichkeit, die Reputation und das Image der FIS zu verbessern.

…die Probleme der FIS Die internationale Medienvermarktung ist falsch aufgestellt. Man hat vielen Ländern und Verbänden Rennen und andere Sachen versprochen. Anstatt alles gemeinsam zu vermarkten, haben wir 25 Verträge mit den Verbänden, wo jeder das Beste für sich herausholen will. Das kann nicht funktionieren. Wenn der ÖSV die FIS will, dann müssen die Österreicher auch helfen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Eine gewisse Solidarität verlange ich.

…die Finanzlage der FIS Das Eigenkapital ist von 81 auf 43 Millionen Franken gesunken. Schuld daran sind die internationalen Medienverträge. Auch die vielen teuren und aberwitzigen Rechtsverfahren, die die FIS in den letzten Jahren hatte, haben viel Geld gekostet.

…die Zukunft des alpinen Skiweltcups Wir müssen unbedingt einen verlässlichen Weltcupkalender für mehrere Jahre herbringen. Die Skistationen müssen Partner haben, die langfristig investieren. Wir müssen die Veranstaltungen attraktiv machen und die Möglichkeit nutzen, neue Märkte zu erschließen. Aserbaidschan, Kasachstan, all diese Länder investieren in den Skisport.

…den Rücktritt von FIS-Direktor Markus Waldner Ich habe großen Respekt vor ihm und Verständnis für seinen Schritt. Er hat uns sein Commitment gegeben, dass er uns weiter unterstützt. …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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