Skihalle in Österreich: Symptombekämpfung oder Zukunft?

Sport

Während sich Sölden mit Schneedepots und günstigen Bedingungen am Rettenbachferner auf den Weltcup-Auftakt vorbereitet, stellt sich für den Skisport eine grundsätzliche Frage: Wie lässt sich der Trainings- und Freizeitbetrieb sichern, wenn natürliche Schneebedingungen immer weniger verlässlich sind? ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober sieht in einer Skihalle eine mögliche Antwort. Anfänger könnten dort ebenso trainieren wie Profis. Auch für den Tourismus wäre eine solche Anlage interessant.

Wie groß Indoor-Skizentren inzwischen ausfallen können, zeigt China. In Shanghai wurde im September 2024 die Anlage L+SNOW eröffnet. Allein der Schneebereich umfasst mehr als 90.000 Quadratmeter. Das Resort bietet mehrere Pisten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden sowie zusätzlichen Freizeitangeboten und kostete eine knappe Milliarde Euro. Zum Komplex gehören auch Gastronomie, Hotels und Einkaufsmöglichkeiten.

China baut immer größer

Seit September 2025 steht in Shenzhen eine noch größere Anlage. Die Qianhai Snow World wurde von Guinness World Records als größtes Indoor-Skizentrum der Welt ausgezeichnet. Der Schneebereich umfasst rund 100.000 Quadratmeter. Fünf Pisten stehen zur Verfügung, die längste ist 463 Meter lang und weist einen Höhenunterschied von 83 Metern auf. Die Anlage soll auch für den Trainings- und Wettkampfsport genutzt werden.

Die chinesischen Projekte sind Teil eines größeren Trends. Skihallen gibt es längst nicht nur in Ländern mit traditioneller Wintersportkultur. In Dubai wird seit 2005 unter einem Hallendach Ski gefahren, in Ägypten gibt es ebenfalls eine Indoor-Anlage. Weltweit sind mehr als 130 Skihallen in Betrieb.

Auch in Europa ist das Konzept etabliert. In den Niederlanden betreibt SnowWorld in Landgraaf fünf Pisten und einen Sessellift. In Deutschland zählt die SnowWorld Neuss zu den bekannten Anlagen. In den klassischen Alpenländern Österreich und Schweiz gibt es hingegen keine vergleichbare große Skihalle. Der ÖSV möchte das ändern.

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Greenpeace warnt vor hohem Ressourcenverbrauch

Der Plan stößt auf Kritik. Ursula Bittner von Greenpeace sieht in Skihallen keine überzeugende Antwort auf die Klimakrise. Während die Erderwärmung die Gletscher schmelzen lasse und die natürliche Schneegrenze nach oben verschiebe, werde mit großem Ressourceneinsatz künstlicher Winter geschaffen. Bittner spricht von Symptombekämpfung statt konsequentem Klima- und Umweltschutz.

Sie verweist auch auf den Flächenverbrauch und die Wasserknappheit. Zudem bezweifelt sie, dass eine Skihalle dem Spitzensport und dem Tourismus tatsächlich in dem Ausmaß helfen würde, das sich die Befürworter erhoffen.

Die Betreiber halten dagegen, dass sich der Energieverbrauch durch technische Verbesserungen senken lasse. Die SnowWorld-Gruppe setzt unter anderem auf Photovoltaik und Wärmerückgewinnung. Nach Angaben des Unternehmens soll der Betrieb seiner Hallen bis 2030 klima- und energieneutral werden.

100 Millionen Euro? Projekt für private Investoren

Die Dimensionen solcher Anlagen zeigen sich auch bei den Kosten. Für ein Projekt dieser Art ist mit einer Investition von mindestens rund 100 Millionen Euro zu rechnen. Neben dem Skibetrieb sollen zusätzliche Angebote wie Gastronomie, Hotels und Freizeitaktivitäten Einnahmen bringen.

Als möglicher Standort für eine österreichische Skihalle wurde der Großraum Wien ins Spiel gebracht. Im Wiener Sportstättenplan ist eine solche Anlage derzeit allerdings nicht vorgesehen. Klar ist auch: Ein Vorhaben dieser Größenordnung wäre kaum ohne finanzkräftige private Investoren zu stemmen.

ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher sieht die Finanzierung nicht primär als Aufgabe des Staates. Er zeigte sich auf ServusTV überzeugt, dass sich interessierte Personen und Unternehmen finden ließen. Ob aus der Idee tatsächlich ein Bauprojekt wird, …read more

Source:: Kurier.at – Sport

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