Wo die Sozialhilfe für Kinder jetzt sinkt – und wo sie steigt

Politik

Mehr als 200.000 Menschen beziehen in Österreich Sozialhilfe, was rund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr kostet. Bisher hatten die Bundesländer großen Spielraum, welche Leistungen sie an Familien auszahlen – was zu vieldiskutierten Einzelfällen führte.

9.000 Euro an Sozialhilfe und Familienleistung für eine syrische Großfamilie mit elf Kindern in Wien: 2027 ist das aufgrund neuer Kinderrichtsätze nicht mehr möglich.

Künftig gilt bundesweit ein Fixbetrag von 307,47 Euro für das erste Kind. Diesen Betrag können die Länder jeweils bis zum vierten Kind ausbezahlen – oder gestaffelte, niedrigere Beträge pro Kind anwenden, die bereits in Nieder- und Oberösterreich gelten. Deren aktuelle Beträge bilden wiederum die Untergrenze der Leistungshöhe.

Ab dem fünften Kind gilt: Pro Kopf müssen 147,59 Euro überwiesen werden. Wie wirkt sich das neue Modell auf die jeweiligen Bundesländer aus?

Wie sich das neue Modell auf Ihr Bundesland auswirkt

Der neue Richtsatz für das erste Kind von 307,47 Euro gilt bereits in Salzburg, Nieder- und Oberösterreich. In Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland steigt die Sozialhilfe für das erste Kind damit sogar, wobei in Kärnten das Plus mit 50 Euro am höchsten ausfällt. Das größte Minus gibt es in Vorarlberg mit 86 Euro, in Wien sinkt der Richtsatz um 25 Euro.

Der neue Korridor für das zweite bis vierte Kind wirkt sich auf vier Bundesländer aus: Vorarlberg und Wien müssen ihre Richtsätze senken, Tirol ebenso, wenn auch nur minimal. Die Steiermark muss ihre Leistungen wiederum erhöhen.

Wie sieht es bei den Leistungen ab fünf Kindern aus? Vorarlberg, Wien und Salzburg müssen teil kräftig kürzen. Die Sozialhilfe erhöhen muss auch hier die Steiermark, wo ab fünf Kindern derzeit ein monatlicher Fixbetrag von 140,21 Euro gilt.

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Deutlich weniger Geld für die meisten Großfamilien

Das Sozialministerium hat zusätzlich detaillierte Rechenbeispiele vorgelegt. Etwa zur Steiermark: Ein Paarhaushalt mit zwei Kindern erhält dort derzeit 2.103 Euro pro Monat. Im neuen Modell müssen es zumindest 2.214 Euro sein. Das gilt allerdings nur, wenn die Eltern sich um eine Erwerbstätigkeit bemühen. Ansonsten erhalten sie in der Steiermark künftig um bis zu 406 Euro weniger als bisher – 1.697 Euro.

Kommen wir zum Extrembeispiel: der Familie mit elf Kindern in Wien. Wichtiger Punkt: Dass besagte Familie 9.000 Euro erhielt, lag auch an zusätzlichen Familienleistungen. Die Höhe der reinen Sozialhilfe würde derzeit 5.375 Euro pro Monat betragen. Ab 2027 liegt sie nur noch zwischen 3.345 und maximal 3.985 Euro – wäre also um bis zu 2.030 Euro niedriger. Sind die Eltern nicht arbeitswillig, fällt der Unterschied noch krasser aus: Die Sozialhilfe halbiert sich beinahe – auf einen Betrag von 2.829 bis maximal 3.468 Euro.

In Wien steigen künftig fast alle Familien schlechter aus. Eine Ausnahme zeigt sich am Beispiel der Alleinerzieherin mit zwei Kindern. Erhielt sie bisher 1.894 Euro, steigt das Leistungsniveau dank eines Zuschlags künftig auf zumindest 1.980 Euro.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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