
Zwei Präsidenten überbieten sich schon vor dem Finale in East Rutherford (21.00 MESZ/live ORF 1) in Superlativen. Donald Trump (USA) schwärmte vom „erfolgreichsten Sportevent, vielleicht der Geschichte“ und deutete bereits eine neue Bewerbung an. Allerdings: „Diesmal lassen wir Mexiko und Kanada draußen.“
Sein best buddy Gianni Infantino (FIFA) lobte das „größte menschliche, soziale und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je erlebt und gesehen hat. Herr Präsident, Sie brauchen niemanden, der Ihnen Komplimente macht. Aber diese Weltmeisterschaft wäre ohne Sie nicht ein so unglaublicher Erfolg gewesen.“
Beim 104. und letzten Spiel wird Trump erstmals im Stadion sein – und im Rampenlicht stehen. Er soll den Pokal überreichen und könnte die Siegerehrung dann zu seinem großen WM-Auftritt machen.
Man spricht spanisch
Fix ist, dass Trump den Pokal einem spanischsprachigen Spieler überreichen wird. Das Duell Spanien mit Argentinien ist das erste Finale zweier Teams mit derselben Landessprache seit der allerersten WM im Jahr 1930. Damals spielte Uruguay gegen Argentinien, die Gastgeber setzten sich in Montevideo mit 4:2 durch.
Wenn es nach den Buchmachern geht, wird Spaniens Kapitän Rodri den Pokal als erster in die Höhe strecken dürfen. Für 1 Euro Einsatz gibt es für einen spanischen Sieg (etwa bei tipp3) 1,60 Euro. Die Quote für einen Weltmeister Argentinien liegt bei 1 zu 2,2.
Ein Grund für Spaniens Favoritenrolle ist nicht nur die Entwicklung auf der medizinischen Front. Jungstar Lamine Yamal ist nach seinem Schlag auf den Oberschenkel im Halbfinale wieder fit. „Das war schmerzhaft, aus Vorsicht haben wir ihm Minuten zur Erholung gegeben. Es geht ihm gut, er hat mit der Mannschaft trainiert und er ist in optimaler Form“, sagte Trainer Luis de la Fuente. Wie Marca berichtete, hatte Yamal am Donnerstag nur individuell trainiert.
Spaniens Stärke ist nicht nur Yamal, es ist das Kollektiv. Und aus diesem Kollektiv ragte bei dieser WM der Kapitän heraus. Rodri ist ein Star, der nicht wie ein Star auftritt. Er ist im defensiven Mittelfeld das Herzstück seines Teams, Ballverteiler, Pressing-Maschine. 2024 gewann er EM und Ballon d’Or. Heute könnte der 30-Jährige seine Karriere mit dem WM-Titel krönen. Spanien glänzte bislang vor allem defensiv. Erst einen Gegentreffer kassierte Furia Roja. „Wir kontrollieren beide Strafräume und das Mittelfeld gut“, sagte Rodri. „Wir haben wenige Schwächen – und welche das sind, behalte ich für mich.“
Langer Atem
Argentinien agierte weniger souverän. Mehrfach rettete sich La Albiceleste bei diesem Turnier erst in der Schlussphase oder in der Verlängerung. Angeführt von Lionel Messi, der schon bei acht WM-Toren hält, wollen die Südamerikaner ihren vierten WM-Titel. Der 1,70 Meter kleine Kapitän war vor vier Jahren ebenso maßgeblich am Titelgewinn beteiligt, wie sein 25 Zentimeter größerer Kollege im Tor.
Emiliano Martinez hatte sein Team im Finale 2022 in der Nachspielzeit der Nachspielzeit mit einem utopischen Reflex gegen Kolo Muani im Spiel gehalten und wurde im anschließenden Elfmeterschießen zum Helden. Im Finale 2026 wird er mit Schmerzen spielen. Noch immer laboriert der 33-Jährige an einem Bruch des Ringfingers, zugezogen vor dem Europa-League-Finale am 20. Mai mit Aston Villa gegen Freiburg (3:0). „Meine Hand tut immer noch jeden Tag weh“, sagte Martinez, der sich nach …read more
Source:: Kurier.at – Sport



