Aus für Ardo-Werk Groß-Enzersdorf: In Belgien rauchen angeblich die Köpfe

Wirtschaft

Rund um die geplante Schließung des Tiefkühlwerks des belgischen Marktführers Ardo in Groß-Enzersdorf brodelt die Gerüchteküche. Nach den Gesprächen am Mittwochnachmittag im Landwirtschaftsministerium bei Minister Norbert Totschnig, an denen seitens des belgischen Konzerns die Manager Rob Teunissen, Tijl Goens und Rudolf Steger, der Finanzchef der Ardo Austria Frost GmbH, sowie auf der anderen Seite der niederösterreichische Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, teilgenommen haben, „rauchen in der belgischen Konzernzentrale die Köpfe“. Das sagt ein Insider dem KURIER. 

 „Am Konzernsitz in Ardooie soll es heftige Diskussionen geben. Sie überlegen sich, wie sie weitermachen. Es ist aber zu früh für gesicherte Informationen“, sagt der Insider. Denn in Ardooie soll heftig gerechnet werden. Angeblich haben die Belgier der österreichischen Spitzenpolitik zugesagt, dass sie Zahlenmaterial über die Höhe des Investitionsbedarfs vorlegen werden, den eine etwaige Modernisierung des Werks in Groß-Enzersdorf kosten würde. Ardo geht von rund 100 Millionen Euro aus, was sich aber wirtschaftlich für den österreichischen Markt nicht rechnen würde. 

Unterstützung für den Erhalt des Standorts angeboten

„Das wollen die Gesprächspartner im Ministerium offenbar nachvollziehen“, sagt ein Insider. „Unklar ist, ob die Belgier die Situation bei Ardo Austria Frost nochmals beurteilen oder ob sie bei der Schließung bleiben.“ Branchenkenner bestätigen zwar einen Modernisierungsbedarf, halten aber einen Betrag von 100 Millionen Euro für zu hoch gegriffen. 

Derzeit stehen aber alle Zeichen auf Schließung. „Bei dem Gespräch mit der Ardo-Konzernspitze haben wir von Seiten der Bundesregierung und Landesregierung heute Unterstützung für den Erhalt des Standorts angeboten“, teilten nach dem Gespräch am Mittwochabend Totschnig, Pernkopf und Mayr gemeinsam mit.

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Indes wird die Gewerkschaft PRO-GE gemeinsam mit dem Betriebsrat die Belegschaft (240 Mitarbeiter) in den nächsten Wochen umfassend beraten. „Wir fordern einen raschen Sozialplan und eine Arbeitsstiftung für die betroffenen Beschäftigten“, kündigte Patrick Slacik, Landesgeschäftsführer der PRO-GE Niederösterreich, in einer Aussendung am Donnerstag an. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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