Radio-Symphonieorchester: Bejubelter Amtsantritt des neuen Chefdirigenten

Kultur

Als Chefdirigent, der für sein Orchester brennt und mit diesem ein musikalisches Feuer entfachen kann, präsentierte sich Markus Poschner mit seinem offiziellen Amtsantritt beim ORF Radio-Symphonieorchester Wien (RSO) im Konzerthaus.

Bereits beim Auftakt mit „Flower of fire“ von Hannah Kendall sprühten die Funken. Inspiriert vom Gedicht „Voices“ des guyanischen Dichters Martin Carter führt die gebürtige Britin in eine Welt internationaler Mythen, die sie in ihrer Musik vereint. Zentrales Element ihrer Kompositionen ist die Vereinigung ihrer afrikanisch-karibisch-europäischen Wurzeln.

Mysteriöse Töne von präparierten Harfen, Gongschläge, Schlagwerk, Instrumentenstimmen, die sich wie die wundersame Wesen erheben, führen in eine faszinierende Klangwelt. Elektrisierende Streicher-Passagen wehen wie ein irisierender musikalischer Teppich auf. Dann wird es plötzlich ganz still. Ein Kollektiv von Mundharmonikas generiert eine seltsame Melancholie. Blechbläser geben ihre oft schrillen Kommentare ab. Spieldosen mischen sich ins Gemenge aus Tönen, bis die Komposition wieder zu den Harfen und zum Schlagwerk von Beginn zurückkehrt.

Peitschenknall

Maurice Ravels Klavierkonzert in G-Dur, das mit dem Peitschenknall zu Beginn, fügt sich wie eine Art Vorfahre an. Poschner lässt die diversen Elemente aus spanischer Musik und Jazz klar erkennen.

Pianist Giorgi Gigashvilli lässt sich von seiner Spielfreude treiben. Der 26-jährige Schüler von Kirill Gerstin verfügt über eine ausgezeichnete Technik. Seine Schwerpunkt verlegt er auf ein Übermaß Gelassenheit, auch bei der solistischen Einleitung des zweiten Satzes.

Mit Igor Strawinskis „Le Sacre du Printemps“ schließt Poschner inhaltlich den Kreis zum Auftaktwerk und generiert Höchstspannung. Mit absoluter Klarheit lässt er feinste Nuancen hören. Archaisch klingen die Bläser-Soli zu Beginn, die eingängigen Akkorde lässt er mit unerbittlicher Härte und Präzision spielen. Bei der Steigerung in die Ekstase treibt er mit Rasanz an und demonstriert einmal mehr, was das RSO leisten kann. Ausgiebiger Applaus.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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