
Es sollte ein Neustart werden – geworden ist es ein Déjà-vu. Die 2Rad Produktions GmbH, die bis vor Kurzem noch unter dem Namen Simplon Fahrrad GmbH firmierte, hat am 2. September beim Landesgericht Feldkirch erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Diesmal ohne Eigenverwaltung, diesmal mit noch höheren Schulden. Das bestätigt Creditreform dem KURIER.
Erst im Jänner 2025 hatte das Produktionsunternehmen der traditionsreichen Simplon-Gruppe einen Sanierungsplan erfüllt. Keine eineinhalb Jahre später ist die Firma zurück am Start – mit Verbindlichkeiten von 33,4 Millionen Euro und 150 betroffenen Gläubigern.
28 Millionen Euro Schulden aus der Vorinsolvenz
Das Pikante: Der Großteil der Schulden ist nicht neu. Rund 28 Millionen Euro sind wiederaufgelebte Forderungen aus der ersten Insolvenz – Schulden also, die eigentlich durch den Sanierungsplan hätten getilgt werden sollen. Allein 26 Millionen davon entfallen auf eine regionale Sparkasse. Der Rest betrifft Lieferanten und die 54 verbliebenen Mitarbeiter.
Dem gegenüber steht ein Warenlager im Wert von 8,3 Millionen Euro.
Umstrukturierung als Rettungsversuch
Dabei hatte die Simplon-Gruppe zuletzt alles versucht, um die Produktionsfirma zu retten. Die Vertriebssparte wurde an die Muttergesellschaft Simplon Bike GmbH übertragen, die wiederum einen neuen Eigentümer erhielt. Die Produktionsfirma selbst wurde umfirmiert – aus Simplon Fahrrad wurde 2Rad Produktions GmbH.
Doch die Maßnahmen verpufften offenbar. Unzureichende Warenbestände behinderten die Auftragsabarbeitung, die Lieferfähigkeit brach ein. Versuche, durch Lagerabverkäufe, Outsourcing-Partnerschaften und den Verkauf einer Liegenschaft Liquidität zu schaffen, schlugen angeblich fehl. Selbst Kapitalspritzen der Konzernmutter und massiver Stellenabbau konnten den Kollaps nicht verhindern.
Widersprüchliche Strategie
Die vom Unternehmen genannten Insolvenzursachen werfen Fragen auf: Einerseits habe man unter unzureichenden Warenbeständen gelitten, andererseits versucht, überhöhte Lagerbestände abzubauen. Ein Widerspruch, der auf grundlegende Probleme in der Produktionsplanung hindeutet.
Geschäftsführer Christoph Mannel setzt nun auf einen strategischen oder finanziellen Investor. Die Produktion soll künftig strikt nach Kundenbestellungen erfolgen, die Mitarbeiterzahl weiter sinken. Der angestrebte Sanierungsplan soll aus dem laufenden Betrieb finanziert werden – eine ambitionierte Prognose angesichts der jüngsten Entwicklung.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



