Lenzing als Warnsignal für den heimischen Standort

Wirtschaft

Wie in der Vorwoche bekannt wurde, schließt der Faserhersteller Lenzing ein Werk im Burgenland mit mehr als 300 Mitarbeitern. Auch wenn das Unternehmen hausgemachte Fehler aufzuweisen hat, ist für den Thinktank Agenda Austria darüber hinaus vor allem die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit im Land ein Grund. „Bei den Arbeits- und Energiekosten sind wir ganz weit vorne in Europa“, sagt Ökonom Jan Kluge. Das treffe vor allem die Industrie und hier besonders margenschwache Branchen wie Textilfasern. 

„In den letzten fünf Jahren sind wir ins Hintertreffen geraten, vor allem gegenüber Asien“, sagt Kluge und verweist auf den sogenannten „effektiven Wechselkurs“. Demnach hätten sich Produkte aus dem Euroraum im Verhältnis zu anderen Währungen in den vergangenen Jahren verbilligt. Würde man jedoch Österreich alleine berechnen (Grafik), sähe die Situation anders aus. „Unsere Produkte wurden teurer und somit unattraktiver“, sagt Kluge. Auch gegenüber anderen Euroländern. Weitere Schließungen würden drohen.

Verfüge Österreich über eine eigene Währung, könnte man über eine Abwertung gegensteuern. Im Euroraum ist dies nicht möglich, daher fordert Kluge, die Arbeitskosten in den Griff zu kriegen und dabei auf andere westeuropäische Länder zu schauen. „Das sind auch keine Billiglohnländer.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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