ÖFB-Frauenteamchef Söndergaard: „Will eine kompakte Einheit sehen“

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Nach 14 Spielen war Schluss mit der Ära Alexander Schriebl beim ÖFB-Frauen-Nationalteam. 3 Siege und zuletzt das erste Unentschieden gegen Deutschland in der WM-Qualifikation waren klar zu wenig. „Trotz des historischen Punktgewinns war der Punkt gekommen, einen Wechsel voranzutreiben“, sagt Sportdirektor Peter Schöttel bei der Vorstellung des neuen Teamchefs, Lars Söndergaard am Montag am ÖFB-Campus in Wien. 

Wenn Schöttel von einem „wichtigen Signal für Österreichs Frauenfußball“ spricht, dann denkt der eine oder andere zurück an den Jänner 2025, als mit Schriebl als Irene-Fuhrmann-Nachfolger durchaus ein Überraschungskandidat zum Zug gekommen ist. Als „gescheitert“ will Schöttel das 14-monatige Projekt allerdings nicht bezeichnen. „Aber es ist nicht so positiv verlaufen, dass ich am Schluss den Glauben noch gehabt habe, dass wir das Ziel WM noch erreichen“, gibt er zu.

Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Brasilien 2027 sei immer noch das große Ziel, dem „alles unterzuordnen ist“. Die Chance, sich erstmalig im Frauenfußball für eine WM zu qualifizieren sei mit dem Play-off im Herbst aufrecht, deshalb sei dieser Schritt gerade jetzt notwendig. 

Und hier kommt Lars Söndergaard ins Spiel. Der 67-jährige Däne ist gerade erst Großvater geworden. Er dachte nach etlichen Trainerstationen, darunter auch mehrere österreichische Bundesligaklubs und die dänische Frauennationalmannschaft, dass er sich jetzt auf Familie und seine Liebe zum Skitourengehen – übrigens mit Zweitwohnsitz im Pongau – konzentrieren könne. 

Teamchef in der „zweiten Heimat“

„Es war nicht der Plan, auf die Trainerbank zurück zu kehren“, sagt Söndergaard am Montag vor Journalistinnen und Journalisten. „Aber ich habe gemerkt, dass das Feuer noch brennt.“ Die Aufgabe, das österreichische Frauenteam zur WM zu führen und beim Turnier als Teamchef mit dabei zu sein, bezeichnet er als „sehr reizvoll“. 

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Schöttel war nach den beiden Spielen der ÖFB-Frauen gegen Deutschland mit dem Dänen in Kontakt getreten. Ziel sei es gewesen, sich eine zweite Meinung über die Stärken und Schwächen des Teams einzuholen. Doch die „sehr guten und angenehmen“ Gespräche führten zu mehr: Nämlich zu einem Vertrag bis Ende des Jahres 2026. Und mit der Option auf mehr. 

„Ich habe eine Ferienwohnung in Altenmarkt, ich bin in Österreich sehr oft. Warum nicht auch als Teamchef“, scherzte Söndergaard trocken. „In meiner Heimat Dänemark war ich Teamchef, in meiner zweiten Heimat Teamchef zu werden, ist eine Ehre für mich.“

Führungsstil statt Spielstil

Anders als Schriebl zu Beginn seiner Amtszeit möchte sich Söndergaard nicht von Beginn an auf eine Art von Fußball festlegen. Er schaue viele Videos, führe bereits Gespräche mit den Spielerinnen und werde dann entscheiden wer spielt und wie gespielt werden soll. „Ich möchte hohes Pressing dann haben, wenn es möglich ist, aber vor allem will ich eine kompakte Einheit sehen auf dem Platz. Im Spielaufbau den Mut zu haben, Positionen auszunützen.“ 

Damit spricht er schon einige Schwachstellen an, die zuletzt sichtbar geworden waren. „Das Team soll ein Team sein.“ Auch daran soll es zuletzt gehakt haben. Sein Führungsstil sei es, eine „flache Hierarchie“ zu haben. Das erwarte er sich auch von der Mannschaft, in der es zuletzt einen Umbruch mit vielen jungen Spielerinnen gegeben hatte. 

Immer wieder fällt auch das Wort „Respekt“ – für die Spielerinnen, für das …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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