
Die EU-Kommission hat einen Bericht über die Vereinfachung der mehrfach verschobenen Entwaldungsverordnung (EUDR) vorgelegt. Darin werden weitere Maßnahmen zur Vereinfachung vorgestellt, zu denen bis 1. Juni Stellungnahmen abgegeben werden können.
Ausnahme für Leder ärgert Umweltschützer
Die EU-Entwaldungsverordnung soll verhindern, dass Produkte auf den europäischen Markt kommen oder exportiert werden, für deren Herstellung es zu Entwaldung kam. Kakao, Kaffee, Ölpalmen, Kautschuk, Soja, Holz sowie Rinder wurden als betroffene Waren identifiziert. Ausnahmen soll es jedoch künftig u. a. für Leder, geben. Greenpeace kritisiert das. Die Organisation ortet den Einfluss „mächtiger Modemarken“. Umweltminister Norbert Totschnig, der für eine Abschwächung der EUDR plädiert hatte, wird als „Handlanger von Industrieinteressen“ gescholten.
Kostenersparnis um 75 Prozent versprochen
Laut der abgeschwächten Regelung soll in Zukunft nur der Erste in der Lieferkette Angaben zur Herkunft des Produkts machen müssen, nicht alle weiteren Abnehmer und Verkäufer auch. Die jährlichen Kosten für die Einhaltung der EUDR würden im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen um 75 Prozent sinken. Geplant sind auch Erleichterungen wie Rechtsdatenbanken und Zertifizierungssysteme, um Risikobewertung und Sorgfaltspflichten zu erleichtern.
Für Holzindustrie nicht mutig genug
Laut dem Fachverband der Holzindustrie Österreichs werde dadurch zwar ein „Bürokratie-GAU“ verhindert, der Aufwand werde aber nicht weit genug reduziert. „Leider fehlen der Kommission Mut und Wille“, attestiert Verbandsobmann Erlfried Taurer. Europa drohe eine Inflationswelle und Bürokratieabbau brächte günstige Entlastung. Eine Abschwächung der EUDR bedeute nicht weniger Waldschutz.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



