Rettung von Teleshopping-Unternehmen Mediashop im Endspurt

Wirtschaft

Die Rettung des insolventen Teleshopping-Unternehmens Mediashop GmbH (rund 160 Mitarbeiter) mit Sitz in Neunkirchen hängt (noch) an einem seidenen Faden. Wie der KURIER Mitte April berichtete, bastelt der renommierte Masseverwalter Michael Lentsch mit Investoren an einer Auffanglösung.

Doch die Investorengruppe und die Hausbank haben keine Lösung zwecks Übernahme der Firmenzentrale in Neunkirchen gefunden. Die Investoren sollen der Bank ein Angebot gelegt haben, das dem Kreditinstitut anscheinend zu niedrig erscheint.

Gebäude auf fremden Grund

Indes soll die Bank auf ihr Absonderungsrecht (Baurecht) pochen. Das Baurecht bedeutet, dass ein Gebäude auf fremden Grund errichtet wurde. Mediashop zahlt einen jährlichen Baurechtzins von knapp 14.000 Euro. Die Laufzeit des Baurechts gilt bis Ende 2078.

Fakt ist: Die Bank hat ein Höchstpfandrecht auf der Immobilie in Höhe von 5,5 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten sollen aber nur 3,9 Millionen Euro betragen. Ein Sachverständiger hat den Verkehrswert der Liegenschaft auf 5,23 Millionen Euro geschätzt. Dem Vernehmen nach hat die Bank dem Masseverwalter ein verbindliches Angebot für das Baurecht an der Immobilie unterbreitet.

Gebäude 2018 errichtet

Die Liegenschaft umfasst 6.566 Quadratmeter. Das Gebäude wurde 2018 errichtet und verfügt über drei Etagen und eine Nutzfläche von 2.670 Quadratmetern. Sie ist speziell auf Mediashop zugeschnitten. Räumlich getrennt von Mediashop ist ein Gastronomielokal im Erdgeschoß.

Dem Vernehmen nach will sich die Investoren-Gruppe um den Manager Patrick Schenner aber nicht von ihren Plänen abbringen lassen. Vor drei Wochen haben die Interessenten die Geschäfte von Mediashop kommissarisch übernommen.

30 Mitarbeiter werden derzeit weiterbeschäftigt. Eine Aufstockung beim Personal ist geplant. Eine kurzfristige Übersiedlung des Unternehmens mit ihren umfangreichen IT-Systemen und Servern würde die Investoren vor große Herausforderungen stellen. Sie hoffen, dass sie die Immobilie für eine zeitliche Übergangsphase weiternutzen können.

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Verwertung des Betriebsvermögens 

Noch diese Woche soll die Verwertung des Betriebsvermögens (Asset Deal) und des Baurechts über die Bühne gehen. Die Interessentengruppe hat dem Masseverwalter noch vergangene Woche ein Angebot für die Mediashop-Vermögenswerte vorgelegt – ohne Liegenschaft. Dem Vernehmen nach will Masseverwalter Lentsch, wenn beide Kaufangebote passen, diese noch diesen Donnerstag mit dem Gläubigerausschuss umsetzen.

Die Investoren-Gruppe arbeitet weiter an der Sanierung von Mediashop. Wie berichtet soll das Unternehmen am Ende wieder Marktführer beim TV-Shopping in Österreich, Deutschland und der Schweiz werden. Statt auf 172 TV-Kanälen soll die Produktwerbung nur noch auf bis zu 30 TV-Kanälen stattfinden.

„Das Unternehmen ist für Neunkirchen enorm wichtig, weil es um rund 160 Arbeitsplätze geht“, sagt der Neunkirchener Bürgermeister Peter Teix (ÖVP) zum KURIER. „Begleiterscheinung ist ein entsprechendes Aufkommen von Kommunalsteuer, das reißt ein Loch in unser Budget. Derzeit werden 30 Personen beschäftigt, wenn es eine Fortführung gibt, dann sollen noch mal so viele Leute beschäftigt werden.“ Nachsatz: „Jeder Arbeitsplatz mehr ist ein Mehrwert für Neunkirchen.“

51,5 Millionen Schulden

Wie berichtet ist die Mediashop GmbH Ende Februar 2026 in die Insolvenz geschlittert. Die Umsätze waren stark rückläufig, die Schulden stiegen auf 51,55 Millionen Euro. Die geplante Entschuldung mittels eines Sanierungsplans platzte, über das Unternehmen wurde der Konkurs eröffnet.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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