
Es ist ein herber Rückschlag für den Einzelhandel: Die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH hat beim Amtsgericht Halle (Saale) einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das geht aus einer Mitteilung auf der amtlichen Internetseite Insolvenzbekanntmachungen.de hervor. Betroffen ist auch die Verwaltungsgesellschaft MTH Retail Services (Germany) GmbH. Als vorläufiger Sachwalter wurde Rechtsanwalt Lucas Flöther bestellt.
Für die knapp 1.200 Beschäftigten des in Landsberg in Sachsen-Anhalt beheimateten Unternehmens bedeutet die Nachricht zunächst: bange Wochen. Zwar läuft der Geschäftsbetrieb in den gut 180 Filialen vorerst weiter, und die Mitarbeiter erhalten für drei Monate Insolvenzgeld. Doch das Unternehmen kündigte bereits an, dass Filialschließungen unvermeidbar seien.
Neuaufstellung mit schmerzhaften Einschnitten
„Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage ist es erforderlich, sich grundlegend neu aufzustellen“, teilte Mäc Geiz mit. Sämtliche Standorte sollen nun auf ihre wirtschaftliche Situation und Profitabilität hin überprüft werden. Welche Filialen konkret betroffen sein werden, ist noch unklar. Die Läden befinden sich überwiegend in Ostdeutschland.
Als Gründe für die finanzielle Schieflage nennt der Discounter die anhaltende Konsumzurückhaltung der Verbraucher, steigende Lebenshaltungskosten sowie wirtschaftliche Unsicherheiten. Ein weiterer schwerer Schlag sei die Kündigung der Warenkreditversicherung gewesen, heißt es aus dem Unternehmensumfeld. Ohne eine solche Versicherung wird es für Händler deutlich schwieriger, Waren auf Kredit zu beziehen – ein existenzielles Problem im Einzelhandel.
Eigentümerwechsel kam zu spät
Die Insolvenz kommt nur kurze Zeit nach einem Eigentümerwechsel. Erst kürzlich hatte die Kodi Beteiligungs GmbH, zu der auch der gleichnamige Discounter Kodi gehört, die Kette vom bisherigen Gesellschafter MTH Retail Group mit Sitz in Österreich übernommen. Beide Markennamen sollten eigentlich bestehen bleiben – nun steht die Zukunft von Mäc Geiz auf der Kippe.
Der neue Eigentümer Kodi, ein Haushaltsdiscounter mit Sitz in Oberhausen, betreibt selbst 150 Filialen vor allem in westdeutschen Bundesländern, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. Die Übernahme sollte offenbar die geografische Präsenz stärken und Synergien schaffen. Doch die Rettung gelang nicht rechtzeitig.
Harter Wettbewerb im Non-Food-Segment
Mäc Geiz verkauft Produkte des täglichen Bedarfs wie Haushaltswaren, Drogerieartikel und Schreibwaren. In diesem hart umkämpften Segment konkurriert das Unternehmen mit Händlern wie Action, Tedi und Woolworth. Der niederländische Discounter Action expandiert seit Jahren aggressiv in Deutschland, während auch andere Wettbewerber um Marktanteile kämpfen.
Die Branche steht unter erheblichem Druck: Die Konsumlaune der Deutschen ist gedämpft, die Inflation hat die Kaufkraft geschmälert. Zugleich steigen die Kosten für Personal, Energie und Mieten. Für kleinere Ketten wie Mäc Geiz wird es zunehmend schwierig, sich gegen größere Konkurrenten zu behaupten.
Ob und wie viele der 180 Filialen gerettet werden können, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Für die Beschäftigten – und für viele Kunden in ostdeutschen Kleinstädten – steht viel auf dem Spiel.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



