Klinisch-psychologische Therapie auf Kasse: 6.500 Anmeldungen

Politik

Seit Jänner 2026 gibt es gratis Kassenplätze für klinisch-psychologische Behandlung. Bei einer Pressekonferenz in Wien wurde am Montag Zwischenbilanz zur Serviceplattform psyhelp gezogen, die für die Vermittlung zuständig ist. Schon die ersten rund 100 Tage würden belegen, wie groß der Bedarf ist: Das Angebot werde österreichweit angenommen, in etwa 6.500 Menschen haben sich angemeldet, 13.000 Dokumente und Befunde wurden geprüft und klassifiziert.

Allein in den vergangenen drei Wochen seien 2.000 Behandlungsplätze vermittelt worden. Hunderte Ersttermine hätten bereits stattgefunden. Mehr als 65 Prozent der Anmeldungen stammen von Frauen. Zehn Prozent erfordern eine Fremdsprache.

120.700 gratis Einheiten bis 2029

Bis 2029 stehen jährlich 120.700 kostenlose klinisch-psychologische Behandlungseinheiten zur Verfügung. „Mit psyhelp haben wir eine innovative, österreichweit einzigartige Plattform geschaffen, die Betroffenen den Zugang zu kostenfreien klinisch-psychologischen Behandlungsplätzen so einfach wie möglich macht“, sagte Viola Ghavidel, operative Leiterin von psyhelp, laut Presseunterlage. Der Vertrag „erleichtert den ersten Schritt in die Behandlung, verkürzt Wege und Wartezeiten und schafft klare Strukturen für Betroffene, Angehörige und Leistungserbringer“, wurde ÖGK-Arbeitnehmer-Obmann Andreas Huss zitiert.

Seit 26. Jänner steht psyhelp.at zur Verfügung. Am 17. April begann die Vermittlung der Behandlungsplätze. 99 Prozent der Anmeldungen erfolgten über ein Online-Formular, die meisten relativ zur Bevölkerung kommen aus Wien, gefolgt von der Steiermark und Kärnten, während Vorarlberg bisher deutlich unterdurchschnittlich abschneidet. Niederösterreich und Oberösterreich liegen trotz hoher absoluter Zahlen pro Kopf im Mittelfeld. 14 Prozent der Klienten fallen in die Altersgruppe drei bis 20 Jahre, die meisten – 46 Prozent – sind 20 bis 40 Jahre alt. 33 Prozent sind 40- bis 60-Jährige, sieben Prozent sind über 60 Jahre alt.

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Depressive Episoden, Angst- und phobische Störungen am häufigsten

Die häufigsten Diagnosen sind depressive Episoden, gefolgt von Angststörungen und phobischen Störungen. Zehn Prozent der Patientinnen und Patienten kommen aus einem stationären Aufenthalt.

Für eine Teilnahme gemeldet hatten sich mehr als 800 Klinische Psychologinnen und Psychologen, knapp 700 wurden aufgenommen, der Großteil habe bereits laufende Behandlungen. „Mit psyhelp haben wir die Klinische Psychologie endgültig dorthin geholt, wo sie hingehört – mitten in die Regelversorgung“, freute sich Beate Wimmer-Puchinger, Präsidentin des Berufsverbands Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP). „Viele Menschen erleben Belastungen – durch Unsicherheit, Überforderung, Einsamkeit, familiäre Krisen, Erkrankungen oder schwierige Lebenssituationen. Und viele Menschen brauchen in diesen Situationen professionelle Unterstützung. Deshalb ist es so wichtig, dass wir psychische Versorgung Schritt für Schritt weiter ausbauen und den Zugang erleichtern“, lautete das Statement von Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ).

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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