
Das Vertrauen junger Menschen in die Politik sinkt. Nur 44 Prozent der Jugendlichen sind überzeugt, dass das politische System in Österreich funktioniert, wie die Erhebung „Demokratie Monitor 2025“ ergab. Zumindest etwas besser schnitt in der Befragung die EU ab. Zusätzlich sei fehlende Repräsentation für viele junge Menschen ein Thema.
Auch für Clarissa Trummer (24) und Marcel Simma (25) ist die Repräsentationslücke Thema. Die beiden sind Teil des ersten Jahrganges der EU-Jugendbotschafter. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk, das von der EU-Kommissionsvertretung in Zusammenarbeit mit den regionalen Europe Direct-Stellen, dem Informationsnetzwerk der Kommission, initiiert wurde.
Europa greifbar machen
Es richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren in Österreich, die ihre Perspektiven in europäischen Projekten und Veranstaltungen vertreten sollen. „Es ist wichtig, Europa greifbarer zu machen und die EU alltagsverständlich an junge Menschen zu bringen“, so Trummer. Es brauche mehr Jugendbeteiligung auf Augenhöhe, es reiche nicht, sie symbolisch zu erwähnen. Für das Netzwerk produzieren Trummer und Simma zum Beispiel Social-Media-Inhalte, organisieren Events und nehmen an Schulungen teil. Highlights des Ehrenamts: eine Reise nach Brüssel inklusive Besuch bei EU-Kommissar Magnus Brunner (ÖVP) und das Europe Day Festival am 9. Mai am Stephansplatz. „Die EU-Integration beginnt bei jungen Menschen“, so Simma.
Als Jugendbotschafter erhalte man die Möglichkeit, die EU sichtbarer für andere zu machen: „Viele Dinge sind für uns heute selbstverständlich, etwa beim Reisen“, sagt er. Die Arbeit der EU laufe oft im Hintergrund, „man bekommt nicht mit, wo sie überall beteiligt ist“. Aber auch Kritik junger Menschen an der EU sei wichtig: „Kritik heißt nicht Ablehnung, sondern Verantwortung“, ist Trummer überzeugt.
Source:: Kurier.at – Politik



