
„Hör‘ ich auf oder fahr‘ ich weiter?“ Diese Frage stellte Mirjam Puchner vor wenigen Wochen auf Instagram und kündigte für Anfang Juni eine Entscheidung an.
Die Antwort der ÖSV-Abfahrerin hatte sich damals schon abgezeichnet: Mirjam Puchner zieht einen Schlussstrich unter ihre Karriere und lässt den Rennsport hinter sich.
Vermurkste Winterspiele
Es war ein Abschied mit Ansage. Der vergangene Winter hatte für Mirjam Puchner mehr Enttäuschungen als Erfolge parat.
Einem einzigen Podestplatz in der Abfahrt von St. Moritz (3.) standen viele Rückschläge gegenüber. Das gipfelte in völlig verpatzten Olympischen Winterspielen in Cortina mit den Rängen 11 (Abfahrt), 14 (Team-Kombi) und einem Sturz im Super-G.
„Das hat mich zum Nachdenken gebracht“, erklärte die Pongauerin, die im Mai ihren 34. Geburtstag feierte.
Keine Ziele mehr
Während ihre fast gleich alte ÖSV-Teamkollegin Cornelia Hütter bei Olympia mit dem Gewinn der Bronzemedaille (Super-G) noch einmal Elan tankte und eine letzte Weltcup-Saison anhängt, ist’s bei Mirjam Puchner vorbei mit der großen Motivation und den offenen Zielen.
Emotionaler Moment
Dafür reicht ein Blick in ihren Trophäenschrank: Dort hängt eine Silbermedaille von den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking (Super-G) und eine Silbermedaille von der Heim-WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm (Abfahrt) – gerade der Erfolg vor der Haustür in Salzburg war einer der emotionalsten Momente in ihrer langen Karriere.
„Es ein schon ein großes Privileg, eine Heim-WM erleben zu dürfen. Aber dort auch noch eine Medaille zu gewinnen, macht das Ganze noch spezieller,“ sagte Puchner im KURIER-Interview.
Knochen zersägt
Diese Erfolge waren keineswegs selbstverständlich. Wie viele Abfahrerinnen musste auch Mirjam Puchner die Schattenseiten ihres Sports auf schmerzhafte Weise erfahren. 2017 zog sich die Salzburgerin einen Schien- und Wadenbeinbruch zu, der ihre lange Zeit große Probleme bereitete.
In ihrer Verzweiflung ließ sie sich freiwillig den Unterschenkelknochen noch einmal brechen. „Man hat das Wadenbein durchgeschnitten und es mit einer Platte und Schrauben dann wieder fixiert.“
Der Rücktritt von Mirjam Puchner war nun auch eine Vernunftentscheidung. Gerade die vergangene Saison hat wieder gezeigt, wie oft sich Sportlerinnen im Spätherbst ihrer Karriere noch einmal schwer verletzen. Es sei nur an Lara Gut-Behrami oder Lindsey Vonn erinnert.
Dieses Verletzungsrisiko will die 34-Jährige nicht mehr eingehen.
Source:: Kurier.at – Sport



