Das Aztekenstadion, der legendäre Schauplatz der WM-Eröffnung

Sport

70, 86, 2026. Was so klingt wie ein Hit der deutschen Popgruppe Sportfreunde Stiller, sind in Wahrheit die Jahreszahlen, an denen Mexiko Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft war oder ab heute ist. Ein Stadion spielt dabei eine ganz besondere Rolle: das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt. 

Wie schon bei der WM 2010 eröffnen Südafrika und Mexiko das Turnier. 2026 hat sich der Spieß aber umgedreht. Statt den Afrikanern sind nun die Mexikaner Gastgeber und statt dem Soccer-City-Stadion in Johannesburg ist das altehrwürdige Aztekenstadion Austragungsort des Eröffnungsspiels. 

Ein Ort für besondere Momente

Diego Maradona bezeichnete die Arena einmal als Kathedrale seines Lebens. Warum, dürfte wohl klar sein. Im Aztekenstadion erlebte der Argentinier seine größten internationalen Erfolge. Vor allem das WM-Viertelfinale gegen England 1986 dürfte ein Mitgrund für seine Liebeserklärung sein. Gleich zwei Mal traf er in diesem Spiel und erzielte sein wohl berühmtestes Tor – jenes mit der Hand Gottes. Zwei Siege später hielt er im Aztekenstadion auch den WM-Pokal in den Himmel der Metropole. 

Nicht nur der argentinische Superstar konnte sich in Mexiko-Stadt zum Weltmeister krönen. Auch der brasilianische, oft als Jahrhundertfußballer bezeichnete Pele hat seinen dritten und damit letzten WM-Titel im Aztekenstadion gewonnen. 

Das war’s aber noch lange nicht: In Sachen Regelwerk ist im Aztekenstadion nämlich Historisches passiert. Als am 31. Mai 1970 Mexiko gegen die Sowjetunion in der WM-Endrunde gespielt hat, wurde erstmals im Fußball eine Gelbe Karte vergeben. Gepfiffen wurde die Partie übrigens von dem damaligen deutschen Bundesliga-Schiedsrichter Kurt Tschenscher. Es blieb damals aber nicht nur bei der einen Karte. Dem Offiziellen schienen die neuen Regeln zu gefallen und er verwarnte noch vier weitere Kicker. 

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Eintritt auf Lebenszeit? 

Was heute als Crowdfunding bezeichnet werden würde, passierte auch schon während des Baus des Aztekenstadions. Mit spannendem Lösungsansatz. Als irgendwann das Geld ausging, suchte man nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten in der eigenen Bevölkerung. Als Gegenleistung bekamen die Käufer das Versprechen, für 99 Jahre, konkret also bis 2065, kostenlos alle Events im Stadion besuchen zu können. Insgesamt 600 Logen, in denen durchschnittlich 10 Personen Platz finden, und 8.000 Sitzplätze wurden so verkauft.

Bereits vor der WM 1986 sorgte das für Diskussionsstoff. Schon damals wollte die FIFA die Plätze in den Verkauf bringen. Vergeblich: Die „Titulares de Palcos y Plateas“ (Anm. Deutsch: Inhaber von Logen- und Tribünenplätzen) setzten sich schlussendlich gegen den Fußball-Weltverband durch und konnten sich so die Spiele gratis anschauen. Daran hat sich auch bei der diesjährigen WM nichts geändert. Als die FIFA die Plätze erneut in den Verkauf bringen wollte, klagten die „Titulares“ erfolgreich und werden somit auch bei der Weltmeisterschaft 2026 wieder in ihrem Aztekenstadion sitzen.

Ganz schön weit oben

Als das Aztekenstadion 1966 zum ersten Mal seine Pforten öffnete, drängten sich noch über 110.000 Zuschauer in die Arena. Mittlerweile hat sich die Stadionkapazität etwas verringert. Nach einigen Umbauten ist es aktuell mit rund 87.000 Plätzen immer noch eines der größten Fußballstadien der Welt. Aber nicht nur das: Da sich das Aztekenstadion auf über 2000 Höhenmetern befindet, wurde es für Spieler in der Vergangenheit immer wieder zur Herausforderung. 

Nach dem 4:1-WM-Sieg Brasiliens über Italien erklärte Pele damals: „Das Verhalten des Balles macht Spielern Probleme. …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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