Preisvergleich: Idealo überholt geizhals und setzt auf Expansion

Wirtschaft

In Zeiten hoher Inflation wird der Preisvergleich zum Muss für viele Konsumenten. Davon profitieren die Vergleichsportale im Internet, die regen Zulauf verzeichnen. „Wir wachsen derzeit jährlich zweistellig“, berichtet Nike Herzog-Osikominu, Country Managerin von Idealo dem KURIER.

 Das größte deutsche Vergleichsportal verzeichnet in Österreich drei Millionen monatliche Besucher und hat damit nach eigenen Angaben kürzlich den heimischen Platzhirschen geizhals.at überholt.

Knapp 300 Millionen Produkte

Auf idealo.at sind knapp 300 Millionen Produkte von 50.000 Shops gelistet. Ins Preisranking fließen neben dem Preis auch andere Kriterien wie Versandgebühren oder Lieferzeit ein. „Keine Platzierung ist bei uns käuflich“, betont Herzog-Osikominu die Unabhängigkeit des Portals im Gegensatz zu den Seiten von Google oder Amazon. 

Expansion nach Belgien und Niederlande

Die Tochter des deutschen Medienkonzerns Axel Springer ist seit 2004 in Österreich aktiv und will mit verstärktem Marketingaufwand ihre Nummer-1-Position weiter ausbauen. Neben Deutschland und Österreich ist Idealo in Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien aktiv. Geplant ist ein Markteintritt in Belgien und den Niederlanden. Österreich zähle zu den Ländern mit den preissensibelsten Konsumenten, sagt die Managerin.

Die in Österreich am häufigsten verglichenen Kategorien sind Elektronik, gefolgt von Haus und Garten sowie Modethemen. Stark wachsend sei auch der Drogeriebereich, wo der „Österreich-Aufschlag“ im Vergleich zu Deutschland besonders zu spüren ist, zugleich aber die Preistransparenz fehlt.

Das trifft auch auf den Lebensmittelhandel zu, wo sich die großen Supermarktketten Online-Preisvergleichen entziehen. „Es fehlt uns die Datenbasis“, so die Idealo-Managerin, die gerne auch einen Lebensmittelpreisvergleich anbieten würde.

Druck auf die kleinen Händler

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Kritik, Preisportale wie Idealo würden mit ihren Rankings vor allem kleinere Händler massiv unter Druck setzen, entgegnet Herzog, dass letztlich die Konsumenten entscheiden würden, wo sie kaufen. Dabei zähle nicht immer der Preis, sondern auch andere Kriterien wie Seriosität und Sympathie des Anbieters, Versandgebühren oder lokale Nähe des Angebots.

Auch stationäre Händler sind im Portal integriert. Mittels Barcode-Scanner in der App können die stationären Preise im Geschäft einem Preischeck unterzogen werden.

Dass der Preis allein nicht immer den Ausschlag gibt, zeigt auch eine Umfrage vom Marketagent im Auftrag von Idealo. Demnach entscheiden sich zwei Drittel aller Befragten bewusst für österreichische und europäische Anbieter, auch wenn außereuropäische günstiger sind. Wobei es hier Altersunterschiede gibt. Je älter, desto weniger zählt nur der Preis.

Paketsteuer kontraproduktiv

Die Einführung der Paketsteuer ab Oktober hält Herzog-Osikominu für kontraproduktiv, weil sie den österreichischen Online-Handel schade. Es entstehe ein Wettbewerbsnachteil gegenüber Deutschland, wo es keine Abgabe gibt. Eine EU-weite Regelung, wie bei den Paketen aus China, sei die bessere Lösung. Dass die Steuer das Preisranking beeinflusst, wie Händler befürchten, glaubt sie hingegen nicht.

Die Plattform verdient Geld hauptsächlich über ein sogenanntes Cost-per-Click-Modell (CPC). Händler zahlen eine Gebühr, wenn ein Nutzer von Idealo auf ihren Shop weitergeleitet wird. Die Höhe variiert je nach Produktkategorie. In Zukunft dürften persönliche KI-Einkaufsagenten die Suche nach dem besten Preis erledigen und die händische Abfrage über das Portal überflüssig machen.

 Idealo schloss kürzlich auch eine eigene Kooperation mit ChatGPT, sodass Preisvergleiche direkt in eine Unterhaltung mit dem KI-Tool eingebunden werden können.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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