„Muskismus“: Wie gefährlich die Abhängigkeit vom Tech-Milliardär ist

Wirtschaft

Wie konnte es so weit kommen? Ein Mann namens Elon Musk hat maßgeblichen Einfluss auf die globale Kommunikation, Technologie, Raumfahrt und Infrastruktur, die früher allein Staaten vorbehalten war. Sowohl das Pentagon als auch die Nasa sind auf SpaceX angewiesen, die Starlink-Satelliten dominieren längst den Orbit.

Ein Einzelner ist mit seinen Unternehmen zum „Leviathan“ im Sinne des politischen Hauptwerks des Philosophen Thomas Hobbes aufgestiegen. Darin beschreibt Hobbes einen starken Staat („Leviathan“), der Ordnung schafft und Konflikte verhindert. Musks Macht beruht jedoch nicht auf demokratischen Wahlen, sondern allein auf Eigentum, Kapital und Kontrolle der öffentlichen Aufmerksamkeit.

„Menschen werden von ihm abhängig“

Zum größten Börsengang in der Geschichte von Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX heute, Freitag, kommt das neue Sachbuch „Muskismus“ wie bestellt. „Musk verkauft nicht einfach Autos, Raketen und Satelliten. Er verkauft den Traum, dass nicht nur Staaten, sondern auch die einzelnen Menschen in einer zusehends instabilen Welt autark werden können, indem sie seine Infrastrukturen nutzen. Das Paradoxe daran ist natürlich, dass die Menschen dadurch von ihm abhängig werden“, heißt es in der Einleitung des kritischen Buches.

Allmachtsdenken der Tech-Giganten

Die beiden Autoren, der Historiker Quinn Slobodian und der Technologie-Analyst Ben Tarnoff, beleuchten den Einfluss von Elon Musk weit über dessen Rolle als Unternehmer hinaus. Sie versuchen mit dem Begriff „Muskismus“ weniger die Person selbst einzufangen – Musk-Biografien gibt es zuhauf – als vielmehr ein Denken, das im Silicon Valley und der globalen Tech-Welt immer stärker an Bedeutung gewinnt. 

Private Konzerne übernehmen vormals staatliche Aufgaben, nutzen die digitale Infrastruktur für politische und wirtschaftliche Einflussnahme und inszenieren sich selbst als Heilsbringer für die Menschheit. „Um zu verstehen, was für eine Welt Musk errichten will, müssen wir die Welt verstehen, die Musk hervorgebracht hat“, so das Credo der Autoren. Sie ordnen Musk in größere historische und wirtschaftliche Entwicklungen ein und ziehen Parallelen zu Industriegrößen wie Henry Ford („Fordismus“).

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Der „Muskismus“ repräsentiert für sie eine neue, gefährliche Phase des Kapitalismus: schnell, technologisch geprägt und stark auf Visionäre und Milliardäre wie Musk, aber auch Palantir-Gründer Peter Thiel oder Meta-Boss Mark Zuckerberg zugeschnitten. 

Wer verstehen möchte, wie stark einige wenige Tech-Giganten heute Politik, Medien und Gesellschaft beeinflussen, wird in diesem Buch gut und sachlich informiert. Für die aktuelle Debatte um die Bedrohung der Demokratie durch technologische Übermacht eine Pflichtlektüre.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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