
Der Österreichische Kabarettpreis 2026 geht an Severin Groebner für sein Programm „Ich bin das Volk“. Die Jury sieht darin eine „famose moderne Variante des ‚Herrn Karl‘, wie in einer Aussendung am Freitag mitgeteilt wurde. Den Programmpreis bekommt David Scheid, den Förderpreis Chrissi Buchmasser. Über den diesjährigen Sonderpreis dürfen sich Robert Steiner und Stefan Gaugusch alias Ratte Rolf Rüdiger freuen.
Groebner (56) steht seit mehr als drei Jahrzehnten auf der Kleinkunstbühne, 2013 hatte er den Österreichischen Kabarettpreis bereits einmal erhalten. In den vergangenen Jahren sei er „zur Meisterschaft aufgelaufen, komplexe zeitgeschichtliche und gesellschaftliche Ärgernisse ebenso böse wie witzig auf den Punkt zu bringen“, meint die Jury, die im aktuellen Programm den Höhepunkt des gebürtigen Wieners sieht: „Der Rundumschlag eines gescheiterten Möchtegern-Autokraten macht einem – unter schmerzhaftem Lachen – die Mechanismen und Facetten des erstarkenden Alltagsfaschismus verständlich.“
„360 Grad-Unterhaltung mit deepem Kern“ und Komik durch Mimik
Programmpreis-Abstauber Scheid, der auch mit seiner Kunstfigur „Dave“ im ORF und als Kinoschauspieler („Des Teufels Bad“) reüssieren konnte, erhält die Auszeichnung für sein viertes Solo „The Kabarettist“, das laut Jury „politisches Kabarett, Stand-up, Rap, DJing, Polit-Satire und parodistisches Schauspiel“ verbinde und durch „smarte 360 Grad-Unterhaltung mit deepem Kern“ besteche.
Der Steirerin Buchmasser, Jahrgang 1989, wird der Förderpreis für ihr Programm „Zugzwang“ zugesprochen. Sie sei eine „Komikerin, die über ihre Mimik die Welt erklären kann“ und zudem mit ihrer E-Gitarre musikalische Parodien mit der Grandezza in die Welt hinausposaune, „als würde sie die Stadien des Landes füllen“, was sie bald auch tun werde, so die Prognose der angetanen Jury.
Auszeichnung für eine Ratte
Für „ihr kontinuierliches und nachhaltiges Wirken im Bereich der humoristisch-frechen Früherziehung“ erhalten schließlich Steiner und Gaugusch vulgo Rolf Rüdiger den Sonderpreis. Das Duo bringt seit zwei Jahrzehnten mit ihren Anruf- und Spieleshows auf Radio Wien Groß und Klein zum Lachen. „In bester Nestroy’scher Tradition nehmen die beiden Großkopferte gehörig goschert auf die Schaufel und Minderprivilegierte (Kinder) ernst und in Schutz: empathisch und solidarisch. So geht Satire“, lobt das Gremium.
Die Preisverleihung findet am 13. Oktober November im Globe Wien statt und wird erneut von Clemens Maria Schreiner moderiert. ORF 1 zeigt die Gala dann am 18. Dezember. Noch offen sind die Gewinnerinnen und Gewinner des Fernseh- und Onlinepreises. Für beide Kategorien kann noch bis 27. Juli eingereicht werden, das Publikumsvoting findet dann von 3. bis 31. August statt.
Source:: Kurier.at – Kultur



