VW-Sparpaket belastet auch Österreichs Autozulieferer

Wirtschaft

Volkswagen-Chef Oliver Blume ist mit seinem „Zukunftsplan 2030“ für den kriselnden Autokonzern im eigenen Aufsichtsrat vorerst gescheitert. Wie die Süddeutsche Zeitung und Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichten, stimmten am Donnerstag die Vertreter der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen mit 12 zu 7 Stimmen gegen das Paket. Die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen stellen sich gegen Werksschließungen und den Abbau von bis zu 100.000 Stellen. Die Gespräche sollen nun nach der Sommerpause fortgesetzt werden.

Blume hatte dem Aufsichtsrat erstmals seine Pläne vorgestellt. Der Kern: VW will die Produktionskapazität bis 2030 von zwölf auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr senken. Allein in Deutschland sitzt der Konzern auf Überkapazitäten von 500.000 Autos. Die Zahl der Modelle soll bis 2035 um die Hälfte reduziert werden, die Varianten sogar um 75 Prozent. Ziel ist es, kostengünstiger und effizienter zu produzieren. Die Marken VW, Skoda und Seat überschneiden sich zu stark – ihre Modelle ähneln sich oft.

Antworten erwartet, aber nicht erhalten

„Unser Ziel ist klar: Bis 2030 machen wir die Volkswagen Group zum attraktivsten Automobilunternehmen der Welt“, prophezeit Blume. „Der Zukunftsplan macht den Konzern bis 2030 schneller, robuster und wettbewerbsfähiger: durch weniger Komplexität, fokussierte Technologien und den Abbau von Überkapazitäten“.

Indes erwartet Betriebsratschefin Daniela Cavallo von Blume endlich konkrete Antworten: „Viel zu viel an dem Zukunftsplan weist noch große inhaltliche Lücken, Inkonsistenzen und Widersprüche auf“, heißt es in einen offenen Brief. „Es ist unverantwortlich, die Belegschaft im Unklaren zu lassen und so in den Urlaub zu schicken“, fügte Cavallo hinzu.

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Der deutsche Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer sagt dazu: „Bei all den Schlagzeilen zu VW bleiben damit entscheidende Fragen offen. Man könnte auch sagen, die Unsicherheit bleibt – was wenig gut ist für Kunden, Mitarbeiter und Kapitalgeber.“

Verlagerung nach Bratislava und Györ

Vier deutsche Werke könnten überflüssig werden – Zwickau, Emden, das Audi-Werk in Neckarsulm und das Nutzfahrzeug-Werk in Hannover. In diesen Fabriken arbeiten 40.000 Menschen. Zudem sollen bis 2030 weltweit 5.000 der 21.000 Management-Posten gestrichen werden.

Wie viele der 662.000 Arbeitsplätze insgesamt wegfallen könnten, ließ der Vorstand offen. Laut Branchenkennern soll die Produktion insbesondere in die Werken Bratislava und Györ verlagert werden. Auch bei der Komponenten-Sparte von VW soll es große Änderungen geben. Laut Dudenhöffer hat Blume drei Optionen: die Sparte an die Börse bringen, verkaufen oder in einem Gemeinschaftsunternehmen unterbringen.

„Das dürfte kein leichtes Unterfangen sein.Ob das dann klappt kann man heute nicht sagen“, sagt der Auto-Professor aus Bochum.

Wenn VW die Modelle um die Hälfte reduziert, dann schlägt das auch auf die Zulieferindustrie durch – auch in Österreich. Etwa 585 der 900 Zulieferbetriebe beliefern auch die deutsche Autoindustrie, darunter rund 130 den Platzhirschen VW.

Das sagen die Zulieferer

„Wichtig für uns ist, dass Fahrzeuge produziert werden, die der Markt auch annimmt, die der Markt braucht und die nachgefragt werden. Wegen der Modellvarianten oder der unterschiedlichen Ausführungen steigt ja die Komplexität. Und nicht nur für den Hersteller, sondern auch für den Zulieferer“, sagt Clemens Zinkl von der österreichischen ARGE Automotive Zulieferindustrie zum KURIER. „Die Schwierigkeit wird jetzt sein, dass wir passende Preise bekommen. Wenn jetzt weiterer Preisdruck von den Herstellern kommt, dann werden wir den …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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