Der neue Eberhofer-Krimi im Kino: „Stinken ist ja sehr subjektiv“

Kultur

Den Steckerlfischkönig hat’s erwischt. Nackert liegt er tot unter der Dusche, ermordet mit einem Golfschläger. Die Moritat ruft den Dorfpolizisten von Niederkaltenkirchen auf den Plan. Der heißt, wie (fast) jeder weiß, Franz Eberhofer, und ist eher der gemächliche Typ. Mit seinem Kumpel Rudi Birkenberger fasst er die unmittelbaren Verdächtigen ins Auge. Und die hübsche Tochter des Toten, den ungekrönten König einer Steckerlfischdynastie.

Aber wie immer in den Eberhofer-Krimis, bleibt der Mord eher Nebensache. Schon viel mehr Aufmerksamkeit beansprucht das Privatleben vom Eberhofer. Langzeitfreundin Susi renoviert nicht nur das gemeinsame Haus bis zur Unkenntlichkeit, sondern kandidiert als Bürgermeisterin. Außerdem hat sich die Oma zur Kur verabschiedet, und Eberhofer Senior engagiert eine Haushaltshilfe. Die gefällt Bruder Leopold sehr gut und geht mit ihm auf Nacktschneckenjagd.

Man sieht schon: Alles herrlich beim Alten in der bayerischen Provinz, wo sich das „Steckerlfischfiasko“ (derzeit im Kino) im Kreis bekannter Gesichter abspielt. Bestens besetzt mit bayerischen und nicht-bayerischen Vorzeigeschauspielern, liefert die Jubiläumsausgabe der Rita-Falk-Verfilmungen bewährt urige Unterhaltung.

Kurz war es ja nach dem letzten „Rehragout-Rendezvous“-Krimi vor drei Jahren zu Unstimmigkeiten mit der Autorin gekommen. Rita Falk fühlte ihre Buchvorlage in der Verfilmung schlecht behandelt und nahm kritische Distanz. Zum Glück nicht für lange. Es kam zur Versöhnung und Falk gab die Rechte frei für den zehnten Film der Reihe, dem „Steckerlfischfiasko“.

Aufwärmen

Nach drei Jahren Pause trat das bewährte Kern-Trio der Eberhofer-Reihe nun wieder zusammen: im Zentrum Sebastian Bezzel als grantiger Polizist, flankiert von Simon Schwarz als Privatdetektiv Rudi Birkenberger und Lisa Maria Potthoff als Eberhofers Dauerliebe Susi. Anlässlich der Premiere befinden sich alle drei in Wien und geben Interviews – aufgrund des engen Terminkalenders sogar mit vollem Mund, weil für eine Essenspause keine Zeit bleibt. Der ungewohnt lange Zeitraum zwischen den Filmen „war vielleicht mal gar nicht schlecht“, meint Sebastian Bezzel zwischen zwei Bissen, räumt aber ein, „dass drei Jahre dann schon sehr lang sind. Als es dann wieder losgegangen ist, habe ich mich total gefreut. Der erste Drehtag war dann so, als hätten wir uns das letzte Mal vor zwei Wochen getroffen.“

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Dem kann seine Kollegin Lisa Maria Potthoff nur bedingt zustimmen, denn sie musste sich „ein bisschen aufwärmen. Ich habe die drei Jahre gespürt und musste wieder Vertrauen finden, um die Figur der Susi zu greifen.“

Die größte Veränderung in „Steckerlfischfiasko“, zumindest äußerlich, durchläuft der einzige Österreicher in der Runde, Simon Schwarz. Sein Rudi Birkenberger hat im „Selbstversuch“ die Konsumverweigerung ausgerufen, meidet die Dusche und lässt sein Haar zottelig lang wachsen. Sein Erscheinen wird von einem stechenden Körpergeruch begleitet, den Kollege Eberhofer deutlich kommentiert: „Du stinkst wie ein Iltis!“

Um den Geruchseffekt möglichst echt herzustellen, sollte nachgeholfen werden: „Stinken ist ja sehr subjektiv“, findet Simon Schwarz, frisurtechnisch wieder auf Normallänge: „Wir haben es mit billigem Parfum versucht. Aber das war sinnlos. Jemand vom Team musste sogar den Raum verlassen wegen Schädelweh.“

Angezogen von dem Geruch werden Fliegen, die den Kopf von Rudi freudig umkreisen. Einer gutgläubigen Freundin erzählte Simon Schwarz, er hätte mit Lockmittel in den Haaren die Fliegen geködert. So ganz abwegig war die Geschichte aber nicht: „Früher wurde der Rudi …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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