Österreich nimmt doch an Operation gegen Vergewaltigungsnetzwerke teil

Politik

Das Bundeskriminalamt (BK) leitete den Beitritt zur Operation in der vergangenen Woche ein, wie Der Standard zuerst berichtete.

Beim Projekt „Medusa“, das im April 2026 startete, geht es um ein Kriminalitätsphänomen, bei dem Männer Frauen betäuben und vergewaltigen. Teilweise würden die Taten gefilmt und das Material sowie die Frauen auch anderen Männern angeboten. International wird das Delikt als DFSA (Drug-Facilitated Sexual Assault) bezeichnet. 

„Gewalt gegen Frauen macht nicht an Staatsgrenzen Halt“

Ursprünglich hatte sich das österreichische BK nicht am Projekt beteiligt und begründet die Nicht-Partizipation damit, dass in den bisher ausgewerteten „Medusa“-Datensätzen weder ein Täter noch ein Opfer aus Österreich aufgetaucht sei. 

Koordiniert wird die Operation durch Europol. Bei einem Einsatz im Juni wurden 156 mutmaßliche Opfer und Täter identifiziert. Ziel sei es, gebündelt gegen internationale Vergewaltigernetzwerke vorzugehen. Neben Deutschland und dem Vereinigten Königreich, ebenso Frankreich, Ungarn, die Niederlande, Spanien, die USA, Kanada und Brasilien. 

An der anfänglichen Nicht-Teilnahme Österreichs an der Operation gab es im Vorfeld Kritik. Anlass war ein Fall in Tirol, der im Sommer publik wurde: Ein 44-Jähriger soll seine Lebensgefährtin und möglicherweise auch eine Ex-Partnerin mehrmals betäubt und vergewaltigt haben (es gilt die Unschuldsvermutung). „Wir haben es nicht mit Einzelfällen, sondern mit grenzüberschreitend organisierten Täterstrukturen zu tun. Wir müssen davon ausgehen, dass die Dunkelziffer weit höher ist. Innen- und Justizministerium müssen jetzt endlich entschlossen handeln“, sagte etwa Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen.

Der Chef des Bundeskriminalamts, Andreas Holzer, erklärte nun, mit der Beteiligung an „Medusa“ solle österreichische Expertise stärker in das Ermittler-Netzwerk eingebracht und der Zugang zu internationalen Erkenntnissen erleichtert werden. 

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„Gewalt gegen Frauen und andere Formen sexualisierter Gewalt machen nicht an Staatsgrenzen Halt“, wird Holzer zitiert. 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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