SOS Eishockey: Die lange Liste der Verfehlungen im Verband

Sport

Es ist schon eine Kunst, das Image eines Verbandes mit derartigen Erfolgen bei Frauen- und Herren-Nationalteams so zu beschädigen.

Nachdem im Vorjahr Österreichs Frauen erstmals den Aufstieg in die höchste Division der Weltmeisterschaft geschafft haben, die Herren 2025 nach 31 Jahren wieder ein Viertelfinale erreicht haben, spricht kaum jemand über diese Erfolge und darüber, wie sie vermarket werden.

Dass die wichtigsten Spielerinnen des Nationalteams sogar einen Boykott der WM ankündigen, zeigt, dass es mit dieser Verbandsführung keine erfolgreiche Zukunft geben wird. Um zu sehen, warum, muss ein Blick in die jüngere Vergangenheit gemacht werden.

Die Revolution

Im Jahr 2020 löste der Villacher Unternehmer Klaus Hartmann den international tätigen Bank-Manager Gernot Mittendorfer ab. Es war eine knapp gewonnene Kampfabstimmung, Hartmann siegte dank der vielen Stimmen der unzufriedenen und kleinen Klubs, Frauen und Para-Eishockey.

In der Folge wandten sich Sponsoren ab, Hartmann kündigte an, dass er mit 600 Firmen zusammenarbeitet und diese Verbindungen sinngemäß für den Verband nutzen werde.

Sechs Jahre später ist klar, dass viele Versprechungen nicht gehalten werden konnten. Die Gebühren für die Vereine sind so hoch wie nie zuvor. Und win2day war 2025 der einzige Sponsor, der wirklich Geld einzahlte. Ein Sponsor, der sehr auf Frauensport setzt. Vom 300.000-Euro-Vertrag bleiben allerdings aufgrund der jährlichen Vermittler-Provision nur 189.000 Euro übrig.

Weil die Verbandsführung einnahmenseitig keine Erfolge verzeichnen konnte, mussten nach dem Ende der Pandemie-Beschränkungen Rücklagen aufgelöst werden: Von 2021 bis 2023 waren es 1,3 Millionen und 2024 klaffte dann ein Loch von 557.040,80 Euro auf, das nicht mehr mit den Corona-Ausgleichszahlungen gedeckt werden konnte.

  Ex-Austria-Stürmer Linz: „Eine Mannschaft wird mir leidtun“

2025 betrug das Minus 18.597,28 Euro. In diesem Jahr spielten aber die Herren eine WM-Viertelfinalprämie des internationalen Verbandes von 567.000 Euro ein …

Die vergessene 160.000-Euro-Förderung

Der Tiefpunkt: Der für die Frauen verantwortliche Manager Martin Kogler wurde laut Verbandsbeschluss damit beauftragt, die „Dream-Teams-Förderung“ zu beantragen. Das ist ein Programm des Sportministeriums für Gendergerechtigkeit im Teamsport und geht an Vereine, die Frauensport anbieten. Kogler vergaß darauf. Dabei ging es um 160.000 Euro. Damit die Vereine nicht existenziell bedroht sind, zahlte der Verband dennoch 80 Prozent der Summe aus, ohne die Förderung bekommen zu haben. Kogler blieb im Amt und ist auch für die aktuellen Missstände hauptverantwortlich.

Dass ein KURIER-Bericht über die Finanz-Schwierigkeiten im April 2025 vom Eishockey-Verband im Namen von vier Präsidiumsmitgliedern geklagt wurde (das Urteil steht noch aus), sorgte in weiten Teilen des Eishockey-Landes für Ablehnung und könnte noch für hohe Kosten sorgen.

Die Bedingungen

Bei der WM 2025 machten auch Österreichs Herren ihren Unmut über die Rahmenbedingungen öffentlich. Dabei ging es etwa um ein Trainingscamp ohne Arzt. „Jetzt haben wir unseren Job erledigt, jetzt hoffe ich, dass weiter oben auch deren Job erledigt wird“, sagte Stürmer Peter Schneider nach dem historischen Viertelfinaleinzug und sagte explizit: „Es geht uns darum, dass die Nationalteams bei Frauen und Herren Bedingungen haben, unter denen sich die Spieler auf den Sport konzentrieren können.“

Dass der Verband zuletzt mit dem von vielen geschätzten Timo Gless auch noch den Compliance-Beauftragen verlor, passt ins Bild.

Die Amtszeit des Präsidiums von Klaus Hartmann geht noch bis 2028. Dass er bis dahin im Amt bleibt, ist mittlerweile unwahrscheinlich. Es stellt …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.