Verein soll Hans Niessl in die Hofburg bringen

Politik

Als der ehemalige burgenländische SPÖ-Landeshauptmann Hans Niessl Anfang Februar bekannt gab, dass er überlegt, für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren, sorgte das für einiges Staunen. Erstens ist die Wahl für die Nachfolge von Alexander Van der Bellen erst im Jahr 2028 angesetzt. Zweitens machte Niessl die Ansage ganz ohne das Wissen seiner eigenen Partei, der SPÖ.

In seinen ersten Stellungnahmen betonte er immer wieder, dass er ein parteiübergreifender Kandidat sein will. Und dass er als Präsident von Sport Austria immer wieder Zuspruch erhalten hatte, auch für die Hofburg ins Rennen zu gehen.

Danach war es allerdings ruhig um ihn geworden. Viele vermuteten, dass doch nichts daraus werden würde. Rund ein halbes Jahr nach der Ankündigung wurde diese Woche aber der nächste Schritt gesetzt. Bei der Behörde langte die Gründung eines Unterstützungsvereins mit dem Titel „Gemeinsam für Österreich – Hans Niessl“ ein. Ziel des Vereins ist es, die Formalitäten für eine Kandidatur zu erledigen. Dazu zählen die 6.500 Unterstützungsunterschriften, die notwendig sind, um im Jahr 2028 antreten zu können. Und das Einsammeln von Unterstützungsgeldern für einen Wahlkampf.

Die Initiatoren des Vereins sind der ehemalige SPÖ-Staatssekretär Peter Wittmann, jetzt wieder als Anwalt tätig, und der Unternehmer Andreas Binder aus Bad Sauerbrunn, der mit Wittmann gemeinsam eine Firma hat, an der auch Niessl beteiligt ist.

„Überparteilich“

Hans Niessl selbst zeigte sich gegenüber dem KURIER mit der Entwicklung zufrieden. Er habe auf seine Ankündigung im Februar „relativ viele positive Rückmeldungen“ erhalten. Aus allen Schichten der Bevölkerung, so der 75-jährige Burgenländer. Etliche hätten ihm auch gesagt, dass sie spenden würden, falls er antritt.

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Keine Reaktion hat er allerdings aus der Zentrale seiner Partei in der Wiener Löwelstraße erhalten. Die SPÖ hat mit ihm bisher zum Thema Bundespräsidentenwahl keinen Kontakt aufgenommen. Aber: „Mir ist die Meinung der Bevölkerung ohnehin wichtiger als eine reine Parteimeinung.“

Warum er bereits jetzt – zwei Jahre vor dem Wahltermin – mit dem Einsammeln von Spenden beginne, liege auf der Hand. Es sei nicht so einfach, genügend Geld für einen Wahlkampf aufzutreiben, „Parteien tun sich da leichter“. Der Unterstützungsverein werde nun eine Homepage einrichten, auf der etwaige Spenden ganz transparent aufscheinen.

Unterstützung erhält Niessl aus dem Burgenland. Seine ehemalige rechte Hand Herbert Oschep – er war auch Bürodirektor von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil – wird bei dem Projekt mitmischen. Dass die SPÖ Burgenland im Gegensatz zur Löwelstraße hinter Niessl stehen würde, wird als fix angenommen. Man rechnet aber auch mit Teilen der ÖVP und FPÖ. Niessl ist speziell im südlichen Niederösterreich mit einigen ÖVP-Bürgermeistern in engem Kontakt. Und Andreas Binder hat seine politischen Wurzeln in der FPÖ.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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