
Das war nichts. Österreichs Springreiter haben bei der WM in Aachen die Ziele klar verfehlt. Mit Platz 24 blieb die rot-weiß-rote Mannschaft weit hinter den besten zehn Nationen zurück, die sich für das Team-Finale qualifizierten.
Auch in der Einzelentscheidung ist kein Österreicher mehr dabei. Dabei war die Hoffnung vor den Bewerben groß.
Ein Platz unter den besten Sieben sollte das Team-Ticket für die Olympischen Spiele 2028 bringen. „Wir gehören nicht zu den Favoriten. Es ist auf jeden Fall schwierig, aber machbar, wenn alles zusammenpasst, alle in guter Form sind“, sagte Katharina Rhomberg noch vor dem ersten Einsatz. Am Ende war Los Angeles aber deutlich außer Reichweite.
Kein Österreicher im Einzel-Finale
Auch im Einzel lief es nicht besser. Rhomberg war als 67. noch die beste Österreicherin, verpasste damit aber den Sprung in die Top 60 und somit ins Finale. „Wenn ich noch einmal reiten würde, würde ich nichts anderes machen. Ich muss meinen Ritt natürlich noch im Einzelnen analysieren, aber so im ersten Moment würde ich sagen, das war einfach nur Pech“, resümierte die Niederösterreicherin ein wenig ratlos.
Max Kühner (94.) und Felix Koller (97.) verpassten den Finaleinzug deutlich. Für Bianca Babanitz war die WM schon früher beendet. Ihr Pferd „I Will Be Famous“ wurde vor dem Bewerb am Donnerstag wegen einer leichten Unregelmäßigkeit im Gangbild zurückgezogen.
Blutregel sorgt für Aufregung
Neben den sportlichen Ergebnissen sorgte in Aachen auch eine Regeländerung für Diskussionen. Erstmals bei einer Weltmeisterschaft kam die neue Blutregel im Springreiten zum Einsatz. Seit Anfang 2026 dürfen Pferde trotz geringfügig blutender Wunden an den Start gehen. Vorausgesetzt sie bestehen zuvor eine tierärztliche Untersuchung. Bislang bedeutete Blut die sofortige Disqualifikation.
Befürworter der Neuregelung verweisen darauf, dass Blutspuren auch harmlose Ursachen haben können, etwa einen Biss auf die Zunge. Der Österreichische Pferdesportverband (OEPS) lehnt die Neuregelung ab.
„Diese Änderung ist weder im Sinne des Pferdes noch des Sports. Blut – insbesondere im Bereich von Maul oder Flanken – darf niemals als akzeptabel gelten“, teilte der Verband im Jänner im Namen von Ex-Präsidentin Elisabeth Max-Theurer mit. „Der Pferdesport darf sich nicht von seiner ethischen Basis entfernen. Wir müssen zeigen, dass sportlicher Erfolg und Tierwohl kein Widerspruch sind“, ergänzte die damalige Präsidentin, die im April überraschend abgewählt wurde.
Kleiner Lichtblick bei der WM
Im Dressurreiten gilt die Regel (noch) nicht. Dort wurden zu WM-Beginn zwei Pferde wegen frischen Blutes disqualifiziert. Im Springreiten hätten sie unter den neuen Bestimmungen hingegen antreten dürfen.
Für Österreich gab es in Aachen zumindest einen kleinen Lichtblick. Die Voltigierer rund um Gabl, Bachbauer, Gollubics, Nagiller, Pittl und Eder sicherten sich im Gruppenfinale Bronze.
Source:: Kurier.at – Sport



