Dusek nach Olympia-Bronze: „Als Junger glaubst du, alles zerreißen zu müssen“

Sport

Im September 2025 zog sich Jakob Dusek beim Mountainbiken in Livigno einen Kreuzband-Einriss zu, seine Olympia-Teilnahme war in Gefahr. Knapp fünf Monate später holte der 29-Jährige ausgerechnet dort Bronze im Snowboardcross.

Knapp ein halbes Jahr nach seinem größten Erfolg spricht der Niederösterreicher im KURIER-Interview über den Olympia-Tag, harte Gegner und seine nächsten Ziele.

KURIER: Was kommt Ihnen als erstes in den Kopf, wenn Sie an den Tag der Medaille zurückdenken?

Jakob Dusek: Glücksgefühle. Es war ein verrückter Tag. Wenn ich daran zurückdenke, muss ich direkt grinsen. Das auch mit der Familie zu erleben, da kommen schöne Gefühle hoch. Seither hängt die Medaille im Wohnzimmer über dem Fernseher. Wenn ich vor dem TV sitze, weiß ich manchmal gar nicht, wo ich hinschauen soll. In den Bildschirm oder auf die Medaille.

Wie sind Sie zum Snowboardcross gekommen?

Mein Onkel ist Snowboard gefahren und ich dachte mir das ist cool. 2009 habe ich dann mitbekommen, wie Markus Schairer im Snowboardcross bei der WM-Gold geholt hat und da dachte ich mir: „Das ist geil, das ist es.“

Was hat sich bei Ihnen als Fahrer über die Jahre verändert?

Man gewinnt viel an Routine. Als junger Fahrer glaubst du, alles zerreißen zu müssen. Da will man auf Biegen und Brechen bei der ersten Möglichkeit überholen, wenn man hinten liegt. Heute ist man da um einiges ruhiger und wartet auf die richtige Möglichkeit.

Gibt es Fahrer, gegen die Sie besonders ungern fahren?

Sicher gibt es welche, mit denen es leiwander zu fahren ist als mit anderen. Aber am Ende musst du, wenn du gewinnen willst, sowieso alle schlagen. Ich schaue mir meine Gegner meist gar nicht an, fokussiere mich nur auf mein Rennen.

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Wie präsent ist Snowboardcross mittlerweile in Österreich?

Es ist mehr am Radar als die Jahre davor, aber das hängt auch mit den jüngsten Erfolgen zusammen.

Apropos Erfolge: Mit Alessandro Hämmerle haben Sie den aktuell besten Fahrer im Team. Ist das ein Vorteil oder schwierig, neben so jemandem zu bestehen?

Das ist auf jeden Fall ein Vorteil, wenn du mit dem besten Snowboarder trainieren kannst. Man kann viel lernen und, wenn man nicht im Mittelpunkt stehen will, sich auch in seinem Schatten verstecken.

Wie sieht der Sommer eines Snowboardcrossers aus?

Ich verbringe viel Zeit auf dem Rad. Ansonsten bin ich in der Kraftkammer, um mich auf die Saison vorzubereiten. Als Ausgleich gehe ich Golfen. Im September steht dann Schneetraining an.

Mit der Olympia-Medaille haben Sie das Größte erreicht. Was sind die nächsten Ziele?

Das Saison-Highlight ist natürlich die Heim-WM in Montafon im März. Und dann steht noch der Gesamtweltcup ganz oben auf meiner Liste. Weil es dabei nicht darum geht, einmal abzuliefern, sondern über einen längeren Zeitraum Top-Platzierungen einzufahren.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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