
Charlotte und Eby waren schon als Kinder im Eliteinternat unzertrennlich. Sie, eine Bäckerstochter aus Köln, und er, der einzige Sohn einer Schaustellerfamilie aus Wien und Köln, bildeten eine fast schon nervige Symbiose.
Nun, mit Anfang 30, haben sie sich fast aus den Augen verloren. Von außen betrachtet ist alles gelungen, zumindest was die Karrieren betrifft. Doch beide müssen sich die Frage stellen: Wo bleibt das Glück, wo bleibt die Liebe?
Fastenkur
Die Autorin Sasa Hanten macht sich in ihrem ersten Roman „Talent zum Glück“ auf die Suche nach der Antwort. Charlotte und Eby stellen sich bei einer Fastenkur ihren Wünschen und Sehnsüchten, ihren Fehlern und lange gepflegten Verhaltensmustern. Sie hinterfragen sich radikal und suchen nach einem Lebenskonzept abseits der klassischen Paarbeziehung.
Was so schwergängig klingt, ist ein leicht zu lesender Roman, gespickt mit Humor, Trost und vielen Lebensweisheiten einer Schaustellerfamilie. Es ist auch eine Liebeserklärung an Köln und Wien, wo Sasa Hanten lebt. Überhaupt fließt einiges aus dem Leben der Autorin in den späten Erstlingsroman mit ein. Denn Hanten ist eine Frau mit vielen Talenten: Sie ist Rechtsanwältin, Kulturtheoretikerin, Kunstsachverständige für zeitgenössische Kunst, Sammlerin und sie trat als Kabarettistin auf.
Leichtes Leben
In einem Interview mit Deutschlandfunk erklärte sie, warum sie „Talent zum Glück“ unter anderem geschrieben hat. „Um mich selber daran zu erinnern, wie leicht das Leben sein kann, wenn man sich Dinge nicht unnötig schwer macht.“ Ein guter Grund, den Roman zu lesen.
Source:: Kurier.at – Kultur



