
In einem Rechtsstreit mit Paramount hat der Generalstaatsanwalt von Kalifornien, Rob Bonta, ein am Montag angesetztes Treffen mit Vertretern des Medienkonzerns abgesagt. Nach Gesprächen am Freitag soll Paramount Details geleakt haben und „die Diskussionen falsch dargestellt haben, was einen Mangel an gutem Willen zeigt“, so Rob Bonta in einem Statement in der New York Times.
Nach einem Bieterwettbewerb mit dem Streaming-Anbieter Netflix soll Paramount das Medienunternehmen Warner Brothers, samt Filmstudios, Streaming-Service HBO und dem Nachrichtensender CNN, um rund 111 Milliarden Dollar übernehmen. Dabei kamen Sorgen auf, dass der Zusammenschluss der Unternehmen den Wettbewerb einschränken könnte. Die US-Wettbewerbsbehörde und weitere Länder haben die Übernahme, teils mit Auflagen, genehmigt. Mitte Juli haben aber zwölf US-Bundesstaaten, unter anderem Kalifornien, eine Klage gegen die Übernahme eingereicht, ein paar Tage später klagte auch die Drehbuchautoren-Gewerkschaft.
Der Prozess ist für Anfang März nächsten Jahres angesetzt, für Paramount könnte die Verzögerung teuer werden. Vertraglich festgelegt ist, dass die Übernahme bis Juni 2027 erfolgen muss, ansonsten kann Warner Brothers den Deal aufkündigen, und Paramount muss Vertragsstrafen zahlen.
Paramount gehört David Ellison, Sohn des Milliardärs und Trump-Unterstützers Larry Ellison. Trump-Kritiker befürchten, dass die Übernahme vom Nachrichtensender CNN dessen redaktionelle Unabhängigkeit einschränken könnte. CNN berichtet oft kritisch über Präsident Trump. Nach der Klage der Bundesstaaten drohte Paramount außerdem, aus Kalifornien in einen republikanischen Bundesstaat umzuziehen.
Kritik aus der Politik
Aus der Politik kommt immer mehr Druck, dass die Bundesstaaten und Paramount bald eine Einigung erzielen. Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, appelliert an die Parteien, einen „raschen und dringenden Beschluss“ bezüglich der Klage zu finden. Der Streit habe schon Produktionen abgewürgt und zu Arbeitsplatzverlusten geführt. Auch der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom möchte den Rechtsstreit bald geklärt sehen. Er sieht besonders den Umzug aus Kalifornien kritisch: „Ich mache mir Sorgen um den Bundesstaat, um unseren Ruf.“
Source:: Kurier.at – Kultur



