
Dass die Zustellung von Zeitungen künftig gefördert werden soll, ist für den Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) „eine wesentliche Maßnahme zur nachhaltigen Absicherung der heimischen Zeitungsbranche“. Dementsprechend weist der Verband Kritik daran als „unsachliche Stimmungsmache“ zurück, wie sie laut einer Aussendung „etwa aus dem Umfeld von Verlagen unentgeltlich verteilter Zeitungen“ geäußert werde.
Der in der Debatte geäußerte Vorwurf, „das Zeitungs-Zustellungs-Förderungs-Gesetz sei verfassungswidrig, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar“, sagt VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger. Die geplante Zustellförderung richte sich „explizit an jene Medienunternehmen, die bestellte Zeitungen im Rahmen eines Abonnements zustellen und damit ein konkretes Leistungsversprechen gegenüber ihren Abonnentinnen und Abonnenten zu erfüllen haben. Dem steht das grundlegend unterschiedliche Geschäftsmodell von Gratismedien gegenüber, die flächendeckend ohne Bestellung und ohne Vertragsverhältnis mit den Empfängerinnen und Empfängern verteilt werden.“
„Regionale Gratiswochen- und Gratistageszeitungen verfügen über zahlreiche kostengünstigere Alternativen für die Zustellung und sind nicht wie abonnierte Tageszeitungen darauf angewiesen, die kostenintensive Früh-Hauszustellung sicherzustellen. Man kann wesentlich Ungleiches nicht gleich behandeln, nur weil es auf den ersten Blick so erscheinen mag“, so Grünberger.
Und weiter: „Es ist ein demokratiepolitischer Auftrag, alle Bevölkerungsgruppen in allen Regionen mit qualitätsvollem Journalismus und verlässlichen, redaktionell erarbeiteten Informationen zu versorgen. Gerade für ältere und weniger digital affine Menschen bleibt die gedruckte Zeitung dabei von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig ist professioneller Journalismus ein unverzichtbares Gegengewicht zu Desinformation und Fake News in sozialen Medien.“
Source:: Kurier.at – Kultur



