Die Zeit drängt: Rapid und der unerwünschte Sommerschlussverkauf

Sport

Dieses Aus wird in Hütteldorf noch lange wehtun. Auf acht Siege folgten zwei Remis, und nach dem verlorenen Elfmeterschießen gegen die Hearts stehen die Rapidler wie die großen Loser da.

Ob sportlich nach dem Scheitern in der Conference League der große Knacks folgt, wird sich in der Liga gegen Sturm und Salzburg innerhalb von nur vier Tagen weisen.

Ebenso brisant wird die nun nötige Reaktion auf dem Transfermarkt.

Der aufgeblähte Kader mit stark gestiegenen Gehaltskosten verursacht das größte „nationale Minus“ der Vereinsgeschichte. Also jene Differenz zwischen den in etwa gesicherten Einnahmen aus den nationalen Bewerben und den übers Jahr anfallenden Fixkosten.

Fehlende Millionen 

Zwar wurde nicht mit der (schließlich verpassten) Ligaphase budgetiert, aber mit einem dicken Transferplus. Bislang wurde kein Spieler verkauft – mit der Hoffnung auf einen lukrativen Europacup-Herbst.

Die Weiterverkaufsbeteiligung an Mamadou Sangares Transfer bringt fünf Millionen Euro, aber das ist bei Weitem nicht genug.

Angebote in jeweils siebenstelliger Höhe für fünf Spieler wurden abgelehnt. Das K. o. vom Elferpunkt wird den Marktwert nicht erhöhen.

Auch wenn Coach Johannes Hoff Thorup ankündigt, „dass es beim Nein bleibt, wenn uns das Angebot nicht passt“, müssen es die Wiener zumindest beim ein oder anderen Transferkandidaten billiger geben.

Heikle Analyse

Für den Donnerstag war neben der Analyse des millionenschweren Selbstfallers auch eine des Kaders und dessen Zukunft angesetzt. Sportchef und Trainer sollen exakt abstimmen, wer unter welchen Umständen verabschiedet werden kann.

Alleingänge wie im teuren Transferfinish 2025 sind Markus Katzer vom Präsidium untersagt. Damals wollte Peter Stöger noch einen Stürmer (der Ex-Coach wollte lieber mit zwei Angreifern spielen), gekommen ist Spielmacher Gulliksen als Rekordeinkauf.

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Amane ist am begehrtesten 

Die Lage wirkt ein Jahr später verzwickt: Romeo Amane ist der begehrteste Rapidler. Allerdings ist der 23-Jährige auch der Einzige (aufgrund der Fehlplanung im defensiven Mittelfeld), für den Hoff Thorup direkten Ersatz einfordern würde.

Der Däne traut sich zu, mit vielen Einzelgesprächen auch einen an sich zu großen Kader bei Laune zu halten.

Lediglich einer wurde aussortiert: Andrija Radulovic. Eine weitere Leihe für den Montenegriner wäre logisch. Allerdings will der 24-Jährige nach seinem Israel-Abenteuer im Frühjahr partout nicht in jene Länder wechseln, woher jetzt die Interessenten kommen.

Entscheidung vor Sturm

Fix ist, dass die Zeit drängt. In den meisten Ligen schließt das Transferfenster am 31. August, also im Laufe des Montags. Deswegen muss bereits vor dem Sonntagsspiel gegen Sturm klar sein, wer verkauft wird. Sonst wird es mit der Anreise zum Medizin-Check beim künftigen Klub zu knapp.

Neuzugänge – dafür würde ohnehin nur nach einem Amane-Verkauf ein Sechser infrage kommen – sind hingegen bis zum 3. September möglich. Am Donnerstag um 17.00 Uhr ist auch in der Bundesliga Schluss.

Am Abend davor spielt Rapid in Salzburg.

Zwei Schlagerspiele in der Liga für zumindest mental angeschlagene Grüne, dazu ein Sommerschlussverkauf unter hohem Zeitdruck: Turbulente Wochen werden in Hütteldorf öfters erwartet, diese wird ganz bestimmt so eine.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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