
Die erste Bilanz der Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf) für 2026 fällt nach dem Hitzesommer „grundsätzlich optimistisch“ aus, so ÖBf-Vorstandssprecher Georg Schöppl. Die Zahlen seien bisher zufriedenstellend, die Schadholzmenge sei vergleichsweise gering. Auf die mittel- und langfristigen Folgen der extremen Dürre blicke man gespannt.
Schon jetzt sehe man, dass sich das Laubholz vorzeitig verfärbt und die Blätter abgeworfen werden, sagt Andreas Gruber, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz, und das „teilweise auch noch in grüner Form, was kein so schönes Signal ist.“ Laut Schöppl könne man den einstigen Herbstwald nun einen „Augustwald“ nennen.
Klar sei auch: „Die Temperaturen, die wir heute haben, die werden bleiben und tendenziell weiter steigen, denn wir sind mitten im Klimawandel und Österreich ist hier besonders betroffen.“ Ebenso gehe es aber auch um das Thema „Sommertrockenheit“. Einerseits wisse man zwar, dass die zunehmende Erwärmung die Niederschlagsintensität verändere, doch spannend sei die Niederschlagsverteilung: Und hier könne man nach zwei trockenen Jahren seriöserweise noch keinen langfristigen Trend ablesen.
Borkenkäferbefall vorerst auf hohem Vorjahresniveau
Die Klimakrise ist für die Bundesforste auch so längst spürbar. Zum Beispiel was den Hauptschädling Borkenkäfer betrifft, denn da bewege man sich beim Befall „ungefähr in der Range des Vorjahres“, berichtete Gruber. Jedoch lagen die Aufwendungen für dessen Bekämpfung im Jahr 2025 trotzdem bei 6,4 Millionen Euro.
Die Lage werde in der nächsten Zeit angespannt bleiben, und inwieweit die Fichte vor allem im nächsten Jahr dann prädisponiert für einen Borkenkäferbefall sei, werde sich erst zeigen. Der Käfer profitiert indes von der Erwärmung und hat sich längst bis zur Baumgrenze hochgearbeitet. „Früher hat es geheißen: Über 1.000 Meter Seehöhe gibt es keine Borkenkäfer. Das ist Geschichte“, ergänzte der Vorstandssprecher.
Der Faktor Klimawandel zeige sich jedenfalls deutlich in den finanziellen Einschnitten, erläuterte Schöppl: „Vor zehn, fünfzehn Jahren war es der Normfall, dass Schäden im Durchschnitt 14, 15 Millionen Euro ausgemacht haben. Jetzt liegt die neue Normalität beim Doppelten und mehr: Im vergangenen Jahr waren es über 30 Millionen Euro, im Jahr davor waren es fast 50 Millionen Euro. Das heißt, wir spüren das sehr stark.“
Seriöse Prognose ist erst im Frühling möglich
Was die Wetterlagen der vergangenen Monate betrifft, so habe es diese in einer solchen Form bisher nicht gegeben, stellte Gruber fest. Die ÖBf reagieren mit einem „Beobachtungsnetz“, bei dem bewaldete Flächen mit Drohnen beflogen und terrestrische Aufnahmen gemacht werden. Man verfolge dies über den Zeitverlauf die nächsten zwei, drei Jahre. „Dann werden wir wirklich sehen, welche Auswirkungen die Trockenheit tatsächlich auf die Bäume hat“, sagte Gruber. Viel hänge jedoch noch vom weiteren Niederschlagsverlauf in Herbst und Winter ab. „Eine wirklich erste seriöse Prognose werden wir daher im Frühjahr geben können“, so Schöppl.
Ohnehin gelte es, den Mischwald „im Zuge der Klimawandelanpassung unserer Waldbestände“ weiter auszubauen, wies Gruber auf die vor Jahren eingeschlagene Strategie „Wald der Zukunft“ hin. Dieser wird in Zukunft – die Pläne für einen klimafitten Mischwald reichen bis ins Jahr 2100 – vor allem mit weniger Fichten ausgestattet. Geplant ist es den Anteil des Nadelbaums von rund 57 Prozent im Jahr 2025 bis 2100 auf rund 37 Prozent zu reduzieren. „An Fichtenfläche haben wir in den …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



