Bauwerksbuch-Pflicht: Wien droht ein Sanierungs-Stau

Wirtschaft

In Wien wird die Verpflichtung zur Führung eines Bauwerksbuch ausgeweitet. Dieses dokumentiert den Zustand des Gebäudes und hat den Sinn, notwendige Instandhaltungsarbeiten frühzeitig zu erkennen. Es geht um die strukturierte Dokumentation von Immobilien-Bauteilen. Ziel ist es, notwendige Sanierungsverfahren frühzeitig zu erkennen und Gebäude langfristig gebrauchstauglich, sicher und werterhaltend zu bewirtschaften. Gleichzeitig schafft das Bauwerksbuch eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Gebäudeverwaltung.

Bereits seit der Novelle der Wiener Bauordnung im Jahr 2014 ist die Registrierung des Bauwerksbuchs für Neubauten verpflichtend. Die Bestätigung über die Erstellung eines Bauwerksbuches muss gemeinsam mit der Fertigstellungsanzeige den Behörden übermittelt werden.

Mit der Bauordnungsnovelle 2023 wurde die Verpflichtung nun deutlich ausgeweitet: Bis Ende 2027 müssen Gebäude, die vor 1919 errichtet wurden, über ein Bauwerksbuch verfügen. Im zweiten Schritt gilt die Verpflichtung bis Ende 2030 für Gebäude mit Baujahren zwischen 1919 und 1945.

Die Pflicht trifft die jeweiligen Eigentümer von Gebäuden – vom Einfamilienhaus bis hin zum Zinshaus. Ausgenommen sind Kleingartenhäuser und Kleingartenwohnhäuser sowie Immobilien mit nicht mehr als 50 Quadratmetern bebauter Grundfläche. Wie man herausfindet, ob das eigene Gebäude betroffen ist? Ein kostenloser Online-Check eines Wiener Baumeisters kann ein erster Hinweis sein. Unter https://dein-bauwerksbuch.wien fragt das Tool wichtigste Eckdaten ab. Allerdings muss man wissen, wie groß das eigene Gebäude ist und wann es errichtet wurde.

Das Bauwerksbuch wird von einem Ziviltechniker, Baumeister oder gerichtlich beeideten Sachverständigen erstellt. Welche Inhalte es aufweisen muss, kann im Merkblatt auf der Website der Baupolizei (MA 37) nachgelesen werden. Verpflichtend ist die Registrierung über das Datenportal der Baupolizei.

  Nach Klopapier-Skandal: Tschechiens Bahnchef geht

Bei der Erstellung werden vor allem Fassade, Dach, Keller, Tragwerke, Geländer und Brüstungen erfasst. Wenn Mängel gefunden werden, dann werden sie nach dem Ampelsystem (A=Grün, B=Gelb, C= Orange und D=Rot) aufgelistet. Dies reicht von leichten Mängeln (B) bis zu schweren Mängeln (C) und Gefahr in Verzug (D). Schwere Mängel erzwingen das sofortige Handeln.

Bis zu den Stichtagen müssen rechnerisch rund 400 Bauwerksbücher pro Woche erstellt werden. Wer jetzt startet, sichert sich Termine und vermeidet ein böses Erwachen kurz vor Fristablauf“, sagt Ziviltechniker Thomas Wagensommerer. Die Kosten für das Bauwerksbuch hängen von der Größe der Immobilie ab. Für ein Mehrparteienhaus müssen Eigentümer mit 2.000 bis 3.000 Euro rechnen.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.