Das VW-Sparpaket: Das sind die wichtigsten Punkte

Wirtschaft

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat sich Donnerstagabend überraschend auf das längerfristige  Sparpaket von Konzernchef Oliver Blume geeinigt. Die für Freitag angekündigte Aufsichtsratssitzung wurde abgesagt. Die wichtigsten Punkte zur Einigung:

50.000 weitere Stellen fallen weg

Bereits 2024 hatten sich die VW-Führung und die Arbeitnehmervertreter auf den Abbau von 50.000 Stellen bis 2030 geeinigt, davon 15.000 bei den Töchtern Audi und Porsche. Aber das sei nicht genug, hatte Konzernchef Blume zuletzt deutlich gemacht – und damit Empörung bei den Arbeitnehmern ausgelöst. Nun sollen tatsächlich 50.000 weitere Stellen wegfallen. Ende 2025 beschäftigte der Konzern weltweit knapp 663.000 Menschen, davon etwa 284.000 in Deutschland. 

„Angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbsdrucks, veränderter Nachfragestrukturen und des technologischen Wandels in der Automobilindustrie ist eine konsequente Anpassung der Personalkapazitäten an die wirtschaftliche Realität unabdingbar“, betont der Konzern jetzt. Wo Stellen gestrichen werden, ist noch unklar. Blume sieht die Hälfte des „Anpassungsbedarfs“ in Deutschland.

Vier Werke in Deutschland auf der Kippe

Die VW-Werke Emden, Zwickau und Hannover sowie das Werk der Tochter Audi in Neckarsulm stehen auf der Kippe. Der Aufsichtsrat betont, dort könne „aktuell keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden“. Als Grund heißt es, dass im VW-Konzern „eine Produktionsüberkapazität von 500.000 Fahrzeugen in Europa“ bestehe. VW will schlanker und effizienter werden, etwa um Konkurrenz aus China abzuwehren.

Was aus den Standorten wird, ist bisher nicht entschieden: „Für diese Werke werden parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft.“ Bis Ende Juni 2027 solle für die europäischen Werke ein Konzept vorliegen. Im Gespräch sind die zeitweise Nutzung für die Rüstungsproduktion oder der Bau chinesischer VW-Modelle in Deutschland.

  Planungstalente experimentieren mit Beton

Weniger Fahrzeuge, mehr Rendite

Dank der Umbauten soll mehr Geld beim Konzern hängen bleiben. Lag die Umsatzrendite – der Anteil des Gewinns am Umsatz – zum Halbjahr bei 3,8 Prozent, sollen es bis 2030 neun Prozent werden. Ein Baustein: Die Produktion soll auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr sinken. Das ist rund eine Million weniger als derzeit und drei Millionen weniger als vor der Corona-Pandemie.

Die Kernmarke bleibt

Die Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente hatte der Vorstand gerüchteweise diskutiert – aus Sicht von Betriebsrat und IG Metall ein Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen. Das Thema ist mit der Einigung vorerst vom Tisch. Änderungen soll es dennoch geben. 

Der Vorstand solle „ein Modell für eine fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur“ entwickeln, fordert der Aufsichtsrat. Selbst will das Gremium „seine Zustimmungsvorbehalte auf Maßnahmen von wesentlicher Bedeutung für den Gesamtkonzern (…) beschränken“.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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